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Beautiful Thing

Beautiful ThingBeautiful Thingnicht verfügbar
Handlung:Der 15-jährige Jamie lebt bei seiner Mutter in einem Wohnsilo irgendwo in London. Das unbekannte Prickeln, das neuerdings in seinem Körper tobt, macht ihn schon hilflos genug. Doch dann passiert etwas Außergewöhnliches: Auf der Flucht vor seinem sadistischen Vater kriecht der Nachbarsjunge Ste bei den beiden unter. Und die Jungs müssen plötzlich das Bett miteinander teilen... Eine herrlich verzwickte Situation für die zwei noch so unbeholfenen Youngsters. Erste verstohlene Blicke im Badezimmer. Zärtliche Berührungen. Das Ertasten all der aufregenden Geheimnisse, die aus dem Schutz der Dunkelheit schamhaft hervorlugen. Tausend Wagnisse, die es plötzlich zu bestehen gilt. Und dann: das überwältigende Gefühl der ersten Liebe...
Leihgebühr:* 1,50 EUR
Bewertung:
für 7 Tage zzgl. Versandkosten. Je weitere 7 Tage nur 1,00 EUR
Art: DVD Video
EAN: 4031846004224
FSK: 12
Hülle: Amaray Case
Jahr: 1996
Erscheinungsdatum: 01.07.2002
Anzahl Medien: 1
Regie:Hattie MacDonald
Darsteller:Ben Daniels
Glen Berry
Linda Henry
Tameka Empson
Scott Neal
Land:England
Regionalcode:0
Genre:Unterhaltung
Hersteller:PRO-FUN media Home Entertainment
Laufzeit:ca. 90 min
Typ:DVD-9
Verpackung:Amaray Case
Bildformat:16:9 (1.85:1) anamorph
Tonformat:Deutsch: Dolby Digital 2.0
Englisch: Dolby Digital 2.0
Quelle:www.dvd-palace.de
Ausstattung:Kapitel- / Szenenanwahl
Kinotrailer
Produktions-Infos
Star-Infos
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Filmrezensionen
Beautiful ThingAuthor: André Kuhlemann
Eine Plattenbausiedlung irgendwo in einem Vorort von London. Beton wohin man sieht. In dieser tristen Gegend wohnt der junge Jamie (Glen Berry) mit seiner Mutter Sandra (Linda Henry). Doch die Einöde und der schlechte Ruf seiner Mutter sind nicht Jamies Einziges Problem, denn er ist anders, als die anderen Jungen seiner Klasse und deswegen ein Außenseiter. Den Sportunterricht schwänzt er jeden Mittwoch, Fußball ist nicht sein Ding, er wird gehänselt, Freunde hat er keine und lieber hängt er zu Hause rum.Seinem gleichaltrigen Nachbar Ste (Scott Neal) geht’s da noch schlechter, denn obwohl er mit den anderen Jungs gerne Fußball spielt und von ihnen akzeptiert wird, wird er von seinem Vater terrorisiert und von seinem Bruder geschlagen.Als Sandra Ste eines Abends verheult antrifft, lädt sie ihn zu sich nach Hause ein, damit er zusammen mit Jamie in dessen Bett schlafen kann.Am nächsten Tag nachdem sich nichts bei seinem Vater gebessert hat, schläft Ste wieder bei Jamie, doch diesmal zeigt Ste ihm etwas zögernd seinen mit blauen Flecken übersäten Rücken. Jamie zückt daraufhin eine Salbe und bietet Ste an seinen Rücken einzucremen. Gesagt, getan, liegt Ste auf dem Bauch und wird von Jamie eingerieben, als es dann daran geht sich umzudrehen, wird Ste plötzlich störrisch und versteckt sich schnell unter der Decke. Nachdem Jamie auch wieder unter die Decke gekrochen ist, springt er über seinen Schatten und zeigt Ste mit einem Kuss seine Gefühle für ihn und aus der zweiten Nacht in einem Bett, wird die erste Nacht in der sie miteinander schlafen.Seiner neuen Gefühle und der schwierigen Situation nicht ganz gewachsen, verhält sich Ste jedoch am nächsten Tag distanziert. Nach einer kleiner Ausspräche mit Jamie und einem Liebesgeständnis beschließen die zwei eine Schwulenkneipe gemeinsam zu besuchen. Doch dieser Besuch bleibt nicht geheim und Jamie’s geschockte Mutter wartet schon zu Hause…Schwule Filme gibt es zwar nicht wie Sand am Meer, aber dafür sind sie meistens nicht mainstream-kompatibel und genießen somit im Independent-Bereich die benötigte Freiheit und Unverkrampftheit, die ihnen Hollywood-Produzenten sonst nicht zuschreiben würden. Rohrkrepierer lassen sich natürlich auch wie überall auch in diesem Genre finden, aber „Beautiful Thing“ ist Gott sei Dank eine der zahlreichen Ausnahmen (und sogar mitunter die beste):Genial, witzig, wunderschön und zum Glück kein Stück amerikanisch. Krampfhaft politisch korrekt, mit einem penetranten Weltverbesserungs-Zeigefinger und stümperhaft alles untergebracht, was in der Schwule-Filme-Fibel gelehrt wird. Ein Aidstoter; die lustige Tunte, der intolerante Hetero der bekehrt wird, der nette Hetero mit seiner „Wir sind doch alle gleich“-Rede... Nichts findet man zum Glück in diesem Film.„Beautiful Thing“ gewinnt also nicht nur durch seinen Independemt-Charme, sondern auch durch alles das, was in typisch britisch macht. Zum einem ist da das oft angeschnittene Thema „working class“. Nicht nur die schwule Liebesgeschichte findet hier genügend Beachtung, sondern genauso dieses deprimierende Leben in einer sterilen Plattenbausiedlung und der fast unmögliche Weg dort hinaus zu kommen und das macht den Film mehr als nur „schwul“.Alkohol und Drogen gehören hier zum Alltag und werden auch in diesem Film gezeigt. Ohne den „Das soll man nicht machen sonst kommt man in die Hölle“-Zeigefinger, sondern realistisch und somit dramatisch. Der besoffene, prügelnde Vater und die vor ungewisser Zukunft fliehen wollende Nachbarin, die sich Ecstasy einschmeißt, wurden hier untergebracht ohne am Ende zum Guten gewendet zu werden.Unerfüllte Träume, unerfüllte Liebe und ein unerfülltes Leben gibt es bei allen Charakteren, egal ob homo oder hetero. Überraschenderweise passt das alles im Film erstaunlich gut zusammen und wirkt nicht wie Möchtegern-Anspruch, der eine Tiefe vorgaukelt, die nicht da ist. Und eine ganze Menge Themen wurden verarbeitet ohne überladen zu werden, oder nur kurz angeschnitten zu wirken, damit man sie auch ja mal erwähnt hat. Wie das gemacht wurde?Erstens dadurch, dass am Ende nicht alles aufgeklärt wird und nur das Wichtigste für die Story, die erzählt werden will, gezeigt wird. Ste’s Outing vor Vater und Bruder? Keine Ahnung, vielleicht nie, vielleicht zieht er aus, vielleicht bleibt auch alles anders. Das liegt im Auge des Betrachters, denn das hat sich der Film nicht vorgenommen zu zeigen. Und das braucht er auch nicht, so etwas wurde schon oft genug gezeigt.Zweitens hat dieser Film genau das britische, was aus „Ganz oder gar nicht“ und „Brassed off“ auch nicht „nur“ Filme über Arbeitslosigkeit machten – eine Menge perfekten britischen Humor. Auch wenn die Insulaner nicht kochen können, sie haben den besten Humor der Welt.Im traurigsten Moment sehen sie bittersten Witz und in der schönsten Zeit sehen sie tragische Komik. Das ist hier nicht anders. Zwar ist der Witz nicht immer so offensichtlich wie in „Ganz oder gar nicht“ aber dieser hintergründige, subtilere Humor ist doch sowieso in jedem guten Film eine Offenbarung. Hier kommt er fast ausschließlich durch die superben Dialoge zustande, in denen kein Blatt vor den Mund genommen wird, halt britisch – unverkrampft – unprüde – einfach grandios. Und wer darf in britischen Filmen solche Dialoge aussprechen? Genau. Die verrücktesten, abgedrehtesten Menschen, die fast schon karikativ sind und trotzdem genau wie alles andere auch in dem Film real wirken.Die Wortgefechte zwischen der hyperaktiven, freakigen Nachbarin, die denkt sie sei Mama Cass und Jamies etwas vulgärer, nuttiger aber liebevoller, ehrlicher Mutter sind genauso derbe wie lustig. Genauso verhält sich der neue Freund der Mutter – etwas naiv und ne ganze Stange dumm, aber solche Menschen gibt’s halt echt.Aber zurück zum ernsten Tel, denn jeder der durch ein Coming Out geht, weiß, dass manchmal selbst Humor nicht weiterhilft, deswegen können die dramatischen Abschnitte den romantischen gut das Wasser reichen und das im wahrsten Sinne des Wortes. Filmtränen werden mehr als einmal vergossen. Aber auch hier, abseits von den üblichen Problemen, bleibt der Film gefühlvoll, aber unsentimental, unkitschig und unamerikanisch.Theatralische Hollywood-Coming Outs mit großen Gesten und großen Gefühlen sind genauso real wie die Brüste von Pamela Anderson. Hier wird nicht geheult, verziehen und umarmt. Es wird geheult und umarmt, das verzeihen dauert etwas länger. Ein schwuler Sohn ist nicht so schlimm, wie ein Sohn der seine Mutter anlügt. Aber immerhin bleibt ein Sohn ein Sohn und der Film endet trotz allem einfach wunderbar positiv. Und trotz musikuntermalter, Sonnenuntergangstimmung passt der Schluss perfekt und wirkt weder kitschig noch unrealistisch.Die Musik spielt in dem Film zwar bis auf den Schluss eine untergeordnete Rolle, aber der Soundtrack ist umwerfend schön. Passend zu der Story gibt es hier alle paar Minuten ein Lied von Mama Cass und das Bekannteste natürlich zum oben erwähnten Schluss.Die erste Liebe, die großen Komplexe, mal wieder Jugendlicher sein. Alles kann man Revue passieren lassen. Vielleicht nicht bei jedem, genau wie in dem Film, aber Hetero- und Homo-Liebe unterscheidet sich nur im Geschlecht des Gegenübers, sonst ist eigentlich alles ähnlich.Und zwei Jugendliche (die auch von Jugendlichen und nicht von End-Zwanzigern gespielt werden) sieht man nicht in einem amerikanischen Film. Und sie Küssen sich – Oh Oh, wo bleibt die Kirche um den Verfall der Welt zu predigen. Und zwei nackte Jungs in einem Bett? Sittenwächter bitte kommen. Ein minderjähriger Hintern? Die Apokalypse naht.Auch wenn sich das natürlich in Grenzen hält und die wichtigsten Körperteile von Decken abgedichtet bleiben, gibt es erstaunliche, offen erotische Szenen zwischen den zwei Jungdarstellern. Und wie geht das? Ganz einfach. Manchmal ist ein intensiver Kuss oder ein Rückeneincremen erotischer, als nackte Haut.Apropos Darsteller – ein Wort: Genial. Wirklich. Alle Rollen sind grandios besetzt, allen voran die drei Hauptakteure Linda Henry, Scott Neal und Glen Berry, von denen man doch gerne noch mehr sehen würde.Fazit:Eine wunderbar romantische, schwule Liebesgeschichte mit dem realistischsten Coming Out der Filmgeschichte und dazu „working class“-Drama ohne aufgezwungene Moral. Was will man mehr? Humor und grandiose Schauspieler will man. Und die bekommt man auch hier noch dazu.
Quelle: www.filmbesprechungen.de

Weitere Informationen zu Beautiful Thing finden Sie hier.

 

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