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Der englische Patient

Der englische PatientDer englische Patientnicht verfügbar
Handlung:Der ungarische Graf Almasy wird zu Beginn des Zweiten Weltkriegs in seinem Flugzeug über der nordafrikanischen Wüste abgeschossen. Bis zur Unkenntlichkeit verbrannt und dem Tode nahe wird er auf eigenen Wunsch von einem Krankentransport in einem toskanischen Kloster zurückgelassen und dort von der jungen Schwester Hana gepflegt. Ganz allmählich beginnt Almasy sich an seine tragische Romanze mit der verheirateten Engländerin Katharine zu erinnern, deren Mann einst an derselben Expedition teilgenommen hatte wie er.
Leihgebühr:* 1,50 EUR
Bewertung:
für 7 Tage zzgl. Versandkosten. Je weitere 7 Tage nur 1,00 EUR
Art: DVD Video
EAN: 743215564621
FSK: 12
Hülle: Amaray Case
Jahr: 1996
Erscheinungsdatum: 31.05.1999
Anzahl Medien: 1
Regie:Anthony Minghella
Darsteller:Willem Dafoe
Jürgen Prochnow
Ralph Fiennes
Juliette Binoche
Kristin Scott Thomas
Land:USA
Regionalcode:2
Genre:Drama
Hersteller:BMG Video
Laufzeit:ca. 154 min
Typ:DVD-9
Bildformat:16:9 (1.85:1) anamorph
Tonformat:Deutsch: Dolby Digital 5.1
Englisch: Dolby Digital 5.1
Untertitel:deutsch
Quelle:www.dvd-palace.de
Ausstattung:Foto Galerie
Insider-Infos
Kapitel- / Szenenanwahl
Kinotrailer
Making Of

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Filmrezensionen
Der englische PatientAuthor: Patrick Joseph
Es scheint unmöglich die thematische Vielfalt dieser epischen Roman-Adaption in kurzen Sätzen, gar wenigen Worten, zu kontextualisieren, das Werk in seiner interpretatorischen Gesamtheit auf eine aussagekräftige Grundlage an Komplexität zu bündeln. Findet sich in dem mehrfach preisgekrönten Epos des Briten Anthony Minghella doch ein reichhaltiger Schatz menschlicher wie gesellschaftlicher, sozialer wie zeitgeschichtlicher Tragödien, um deren inhaltliche Basis abstrakte Begriffe den Kreis aus Liebe, Leidenschaft, Krieg, moralischer Konvention, Patriotismus, Imperialismus, Zynismus, Rassismus und Dramatik schließen, jedoch nicht indem diese als abstrahierende Worthülsen verbleiben, durchlaufen sie doch vielmehr den zirkulären Prozess humaner Empfindungen, sozusagen bis zum Tod. Michael Ondaatjes Roman schafft diese umfassende Darstellung ebenso eindrucksvoll wie Minghellas Film, beiden dient in ihrer künstlerischen Gattung die Poesie, sei es in Wort oder Bild, aus der sich ein Destillat menschlicher Emotionen gewinnen lässt. Ohne Zweifel ist es jener außergewöhnlich präzisen schauspielerischen Finesse – nicht Fiennes, aber auch – zu verdanken, dass Ondaatjes literarische Vorlage, mit ihren illustren Charakteren und detailliert gezeichneten Facetten des menschlichen Wesens, auch auf der Leinwand das Prädikat ‚echt’ ziert, trotz Glamour à la Hollywood so etwas wie kernige, herbe, bittersüße, vielleicht in gewissen Aspekten europäische Realität die Bilder Minghellas bestimmt, um jeder Spur von berechnender Weltkriegs-Epik erdige Realität entgegenzuhalten. Die Schauplätze sind europäisch, sei es das als Refugium dienende italienische Bergkloster oder gar selbst die Wüste der Sahara, ein vollends menschenleerer Ort, deren archäologischer und geographischer Faszination hier primär Europäer erliegen, seien es Briten, Ungarn oder die national-sozialistisch dominierten Deutschen. Die Sahara ist nicht unwirtliche Einöde und menschenfeindlicher Lebensraum, Minghella instrumentalisiert die sandigen Flächen und wandernden Hügel, gebraucht diese als stimulierendes Aphrodisiakum, deren elegische Einsamkeit die Kulisse, den landschaftlichen Hintergrund einer zutiefst unmoralischen und zutiefst leidenschaftlichen Geschichte bieten. Amerika ist weit weg, die Vereinigten Staaten ohne inhaltlichen Belang, Hollywood erscheint – wenn überhaupt – als halluzinatorisches Erinnerungsfragment, denn The English Patient wirkt in seinen Grundfesten weniger fiktional als naturalistisch.Die Exposition des Films versinnbildlicht die Schönheit der Aufnahmen, unterlegt mit ethnischer Musik, die entweder den Wurzeln arabischer Sangesdichtung zuzuordnen ist oder an das ungarische Budapest erinnert – die nationale Herkunft von Graf Laszlo de Almásy (Ralph Fiennes). Doch diese Gewissheit ist wie jede andere Erinnerung an das heroische Leben des Adligen gelöscht, nicht das für ihn Kategorien wie Nationalität, Sprache oder Hautfarbe jemals mehr gewesen wären als Launen der Natur aus deren Existenz sich die Vielfältigkeit derselben erklärt. »There is no god« sagt er zu seinem Freund und Expeditionsmitglied Madox (Julian Wadham) als sich die Wege der zwei infolge der Wirren des ausbrechenden 2. Weltkrieges trennen und Almásy allein in der Wüste zurückbleibt. Er, der wortkarge Entdecker, ist ein glühender Liebhaber der Wüste, ihrer eigenartigen Verschwiegenheit und den Rätseln der Natur, die alles Theoretische auf ein pragmatisches Minimum an Effizienz und letztendlich Faszination reduzieren. Doch ihn hält mehr zurück als eine sandige Fata Morgana, obwohl die leidenschaftliche Affäre mit der verheirateten Katharine Clifton (Kristin Scott Thomas) manchmal nicht mehr zu sein scheint als eine trügerische Illusion der Wüste, als führte sie, die belesene Engländerin und Ehefrau von Geoffrey Clifton (Colin Firth) ein zweites, paralleles, anderes Leben, unter der Hitze der arabischen Sonne.Der Film gibt diese Handlung nur in wiederkehrenden Erinnerungen preis, es sind die bruchstückhaften Memoiren des ungarischen Grafen, der in der posttraumatischen Welt während des schleichenden Endes der weltumfassenden Kriege, als ein Opfer von Gewalt und Hass in der äußerlich verbrannten menschlichen Hülle und nahender Todeserwartung zurückbleibt. Die sorgsame Pflege der kanadischen Krankenschwester Hana (Juliette Binoche) hält den bettlägerigen Almásy auch im Jahr 1944 in einem italienischen Bergklosters am Leben und stabilisiert die Vitalzeichen des bei einem Flugzeugabsturz Verunglückten. Nichts ist geblieben von der jugendlichen Erscheinung des Grafen, verschwunden sein aristokratisches Äußeres, ersetzt durch schwerste Verbrennungen und einen vollkommen entstellten Körper, dem ein wacher, aber in der Erinnerung lückenhafter Geist innewohnt. Minghella nutzt die Amnesie des Patienten, den man irrtümlicherweise für einen englischen Staatsbürger hält, um aus der gegenwärtigen Situation – eine Welt in den letzten Wirrungen eines fatalen Weltkriegs, die Szenerie inmitten eines zerbombten Idylls – den Handlungsfaden für große Liebesgeschichten zu entspinnen. Während die tragische Liaison zwischen Almásy und Katharine das Zentrum der Geschichte und den ersten und einzigen Anhaltspunkt für die Vergangenheitssuche des Grafen darstellt, bietet das klösterliche Refugium genügend Fläche für weitere Besucher.Etwa den mysteriösen David Caravaggio (Willem Dafoe), der das tägliche Leben von Hana und ihrem Patienten nachhaltig beeinflusst und selbst mit seiner Vergangenheit kämpft, sowie den indischen Offizier in britischen Diensten Kip (Naveen Andrews), dessen Aufgabe es ist die Umgebung nach Minen und Bomben abzusuchen und diese zu entschärfen. Das Kloster stilisiert sich zum Ort der Flucht vor Vergangenem, wird durch die Anwesenheit seiner Besucher zu einem Platz an dem sich Wunden des Krieges auftun, deren Heilung mehr erfordert als medizinische Hilfe. Anthony Minghella offenbart sehr schnell den Grundgedanken seiner Inszenierung mit ihrem primären Merkmal der zeitlichen Wechsel zwischen erzählter und erinnerter, gezeigter und vergleichender Realität, so dass sich Almásys Suche nach der eigenen Vergangenheit, die Flucht aus der Namen- und Identitätslosigkeit für alle anderen und insbesondere für den Zuschauer zur tiefgründigen Spurensuche wird. The English Patient ist ein Film der berührt, emotional involviert und poetisch assoziiert. Der Ton, die Atmosphäre des Gezeigten schwankt von erotischer Wollust bis zu psychologischer Sensibilität, beschreibt das Aufbegehren der menschlichsten aller Emotionen gegen moralische Konvention oder nationale Unterschiede. Langsam, behutsam sucht die Liebe nach einem Weg inmitten der Unausweichlichkeit kriegerischer Instrumente – sprich Gewalt, Hass, Rachsucht, nationalistisch verblendetem Patriotismus und kartographischen Landesgrenzen – ohne Aussicht auf Erfolg, aber mit dem Willen zu bestehen.The English Patient erzählt eine traurige, bisweilen tragische, Geschichte. Die Faszination der Handlung offenbart sich in den wunderschönen Aufnahmen der Wüste, den fließenden Zeitsprüngen zwischen Europa und Arabien, der poetischen Symbolik, die abstrakten Konzeptionen zu realen Gefühlen verhilft, allesamt unterlegt von Gabriel Yareds einprägsamer Musik. Der Film ist ein Kunstwerk. Komplex, vielschichtig und vielleicht am wichtigsten: Minghella nimmt sich Zeit. So entstehen Momente, die abseits jeglicher inhaltlicher Hatz zu großen Augenblicken werden, dann, wenn sich die Figuren dem Zuschauer offenbaren und neben all den pompösen Bildern oder beeindruckender Epik, Menschliches abspielt, Liebe nicht länger nur abstrakte Züge trägt und das ergreifende Sehen zur emotionalen Erfahrung wird.DVD:Neben dem elegant gestalteten Menü (selektiver Kapitelzugriff, animierte Fenster) liefert die Dvd verschiedene Extras, die sich jedoch auf einige, wenige Informationen beschränken. Ein oberflächliches Making Of lässt Regisseur Anthony Minghella, Star-Produzent Saul Zaentz sowie die tragenden Schauspieler zu Wort kommen und bietet in wenigen Minuten einen inhaltlichen Einblick in die Tiefen der Roman-Verfilmung. Mehr als ein marginales Kratzen an der obersten Schicht lässt sich daraus leider nicht entnehmen, überdies sorgen die unkommentierten Aufnahmen zweier Drehtage im Anschluss für Verwirrung. Erklärendes gibt es da wenig, so dass sich schnell informative Ernüchterung breit macht, zumal die Dvd sonst nur über lesbare Schauspielerinfos bzw. Kurzbiographien zu Binoche, Dafoe, Scott Thomas und Fiennes parat hält, die zu allem Überfluss auch nicht komplett sind. Daneben existiert ein anwählbares Fotoalbum und die Möglichkeit zwei Kino-Trailer (deutsch/englisch) zum Film und andere vier Trailer einzusehen. Insgesamt betrachtet bleibt als Fazit nur der innige Wunsch an den Verleih nach diesem ersten kleinen Happen, doch endlich eine Special Edition auf den Markt zu bringen, die auch anspruchsvolle Cineasten zufrieden stellt und einen tieferen Einblick in dieses 9-fach Oscarprämierte Meisterwerk gewährt. Technisch ist die Scheibe weitgehend einwandfrei, bis auf den deutschen Ton – der Film ist im englischen Original ein Genuss; stark vermindert ist dieser Eindruck bei der manchmal schwülstigen Synchronisation -, der in einigen Momenten ausgesprochen leise und verzerrt erscheint. Ansonsten bleibt nur die Hoffnung auf eine angemessene Dvd, wobei der verlockenden Preis dieser Dvd von bis zu unter 10 € sicherlich ausgesprochen günstig erscheint, und der Rat das Epos im englischen Original zu genießen.
Quelle: www.filmbesprechungen.de

Weitere Informationen zu Der englische Patient finden Sie hier.

 

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