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Der talentierte Mr. Ripley

Der talentierte Mr. RipleyDer talentierte Mr. Ripleyim Lager
Handlung:Der mittellose Tom Ripley (MATT DAMON) erhält den Auftrag, nach Italien zu reisen, um seinen Altersgenossen, den jungen amerikanischen Playboy Dickie Greenleaf (JUDE LAW) zu überreden, in die USA zurückzukehren. Dickie aber bleibt hartnäckig und zieht es vor, weiterhin das Dolce Far Niente mit seiner reizenden Verlobten Marge (GWYNETH PALTROW) zu genießen. Tom beneidet Dickie um das Leben, das er führt. Eines Tages, während einer gemeinsamen Reise zum Jazzfestival von San Remo, offenbart Dickie seinen Überdruß, und erklärt, dass er Tom loswerden will und Marge zu heiraten gedenkt. In einer Rauferei, die fast aus Versehen beginnt, sich aber zum todernsten Kampf ausweitet, tötet Ripley schließlich den Menschen, den er vielleicht am meisten, sicher aber am verzweifeltsten auf dieser Welt liebt. Mit viel Talent wird Tom Ripley von nun an zu Dickie Greenleaf, schlüpft in dessen Haut, eignet sich seinen Lebensstil an und will alles hinter sich lassen. Tom Ripley blüht auf. Er genießt sein Leben am Abgrund, denn einige Menschen, die Dickie Greenleaf nahe standen, stellen sich natürlich Fragen: Ist es möglich, dass jemand, selbst wenn er so extrem launisch ist wie Dickie es war, einfach verschwindet? Tom Ripleys Spielraum wird zunehmend enger ...
Leihgebühr:* 1,50 EUR
Bewertung:
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Art: DVD Video
EAN: 4006680020860
FSK: 16
Hülle: Amaray Case
Jahr: 1999
Erscheinungsdatum: 10.10.2000
Anzahl Medien: 1
Regie:Anthony Minghella
Darsteller:Matt Damon
Cate Blanchett
Gwyneth Paltrow
Philip Seymour Hoffman
Jude Law
Jack Davenport
Land:USA
Regionalcode:2
Genre:Thriller
Hersteller:Kinowelt Home Entertainment
Laufzeit:ca. 134 min
Typ:DVD-9
Bildformat:16:9 (1.85:1) Widescreen
Tonformat:Deutsch: Dolby Digital 5.1
Englisch: Dolby Digital 5.1
Untertitel:deutsch
englisch
Quelle:www.dvd-palace.de
Ausstattung:Animiertes DVD-Menü
Audiodeskription für Sehbehinderte
Audiokommentar
Interviews
Kapitel- / Szenenanwahl
Kinotrailer
Making Of
Musikvideo(s)
Starinfo

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Filmrezensionen
Der talentierte Mr. RipleyAuthor: Björn Becher
Es ist eine Krux mit der Verfilmung berühmter Romane. Der Autor, der das Buch adaptieren soll und der Regisseur stehen immer wieder vor der gleichen Frage: Hält man sich sehr stark an die Vorlage und bekommt vielleicht den Vorwurf mangelnder Eigenständigkeit oder verfilmt man den ursprünglichen Roman sehr frei und sieht sich eventuell Vorwürfen mangelnder Werksgetreue der Anhänger des Romans ausgesetzt? Es gibt mittlerweile so viele Romanverfilmungen, dass es für beide Wege positive und negative Beispiele gibt. Anthony Minghella („Cold Mountain“, „Der englische Patient”), schon erfahren im Adaptieren und Verfilmen bekannter Romane, hat sich 1999 bei der Verfilmung von Patricia Highsmiths Roman „Der talentierte Mr. Ripley“ für die freie Variante entschieden. Es ist nicht die erste Verfilmung eines Ripley-Romans der berühmten Autorin, auch nicht die erste ihres bekanntesten Werkes, welches schon 1960 unter dem Titel „Plein Soleil“ mit Alain Delon in der Hauptrolle verfilmt wurde, doch es ist eine der schlechtesten. Da Minghella sich für eine extrem freie Verfilmung entschieden hat, blieben von der brillanten Romanvorlage nur noch die Grundidee, die Personennamen und viele Einzelszenen übrig, alles andere, vor allem auch die Beziehungen einiger Personen zueinander, hat er völlig verändert.Doch für Nichtkenner der Romanvorlage oder der ersten Verfilmung erst kurz ein paar Worte zum Inhalt. Der eher mittellose, in New York lebende Tom Ripley (Matt Damon) wird durch Zufall von dem reichen Herbert Greenleaf (James Rebhorn) für einen ehemaligen Mitschüler seines Sohnes gehalten. Da dieser seit einiger Zeit in Italien lebt und kein Interesse für das Unternehmen seines Vaters zeigt, bittet Mr. Greenleaf Tom nach Italien zu reisen und seinen Sohn zur Heimkehr überreden. Schon während der Seeüberfahrt nach Europa spielt Tom mit dem Gedanken wie es wäre selbst der Sohn von Mr. Greenleaf zu sein und gibt sich sogar beim Aussteigen aus dem Schiff gegenüber der hübschen Meredith Logue (Cate Blanchett) als Dickie Greenleaf aus.In dem kleinen italienischen Örtchen Mongibello angekommen, studiert Tom erst einmal Dickie Greenleaf (Jude Law) und dessen Freundin Marge (Gwyneth Paltrow). Langsam schleicht er sich in ihr Vertrauen ein, wird ein enger Freund der beiden. Immer mehr fasziniert ihn das leichte Leben von Dickie Greenleaf, bis es schließlich, nach einer Toten, nach einer Zurückweisung durch Dickie und nach dem Auftauchen von Dickies Freund Freddie (Philip Seymour Hoffman) zu einem Zwischenfall kommt. Bei einem Bootsausflug bringt Tom Dickie um und nimmt von nun an seine Rolle an. Er reist als Dicke durch Italien, genießt den neuen Status in der Gesellschaft und das Geld. Doch die zwei Identitäten bereiten auch Probleme, denn es gibt Leute, die kennen den echten Dickie Greenleaf, allen voran Marge und Freddie.Minghella macht von Anfang an klar, dass er nicht vorhat, sich groß an die Romanvorlage zu halten. Das Zusammentreffen von Tom Ripley und Herbert Greenleaf findet ganz anders als im Roman statt. Bei der filmischen Umsetzung geschieht es mehr oder weniger aus heiterem Himmel, es ist kaum nachvollziehbar, warum der schwerreiche Greenleaf einem völlig unbekannten Menschen viel Geld gibt, um seinen Sohn wieder zu sehen. Die ganze Motivation und Verzweiflung des reichen Herbert Greenleaf und seiner Frau kommt im Gegensatz zur Romanvorlage fast gar nicht zum Tragen. Genauso wenig wie eine glaubhafte Motivation von Tom Ripley diese Reise anzutreten. Im Film entwickelt sich in Tom Ripley von Anfang an die Idee selbst einmal Dicke Greenleaf zu werden. Wenig glaubwürdig, wo er den jungen Mann, der ja völlig anders aussehen könnte als er, gar nicht kennt. Im Buch kennt Tom Dickie wirklich - Mr. Greenleaf unterliegt hier keinem Irrtum - trotzdem entwickelt sich der Gedanke Dickie Greenleaf zu werden, erst nach und nach bei Tom, der es im Buch zudem aufgrund einiger kleiner Betrügereien vorzieht aus New York zu verschwinden. Er entschließt sich zu dem unheilvollen Schritt Dickie zu töten erst, nachdem er dies als letzte Chance ansieht, das leichte Leben fortzuführen und Dickies Zurückweisung hinzu kommt. Es geschieht insgesamt spontaner (auch wenn die Tat selbst im Film aus einer plötzlichen Situation heraus begangen wird). Die Buchvorlage ist in all diesen Punkten viel stimmiger und glaubwürdiger als der Film, der immer wieder an unpassenden Stellen mit Lücken aufwartet.Minghella scheint die wendungsreiche Kriminalgeschichte mit vielen psychologischen Elementen aus dem Original zudem nicht gereicht zu haben. Wo „Crime“ ist, gehört auch wenigstens etwas „Sex“ hin, scheint er sich gedacht zu haben. So wird - für die Handlung völlig unnötig - eine Liebesgeschichte zwischen Dickie und Marge eingebaut, die im Buch nur von Seiten Marges besteht (was zu einigen interessanten Wendungen und Verstrickungen führt, die im Film natürlich fehlen). Dazu betrügt Dickie Marge noch mit einer jungen Italienerin (Stefania Rocca), die sich, nachdem sie schwanger wird, das Leben nimmt. Eine unnötige Randgeschichte, die Minghella nur dazu dient, durch andere Änderungen entstandene Glaubwürdigkeitslücken notdürftig zu kaschieren.Natürlich muss man einem Regisseur und Drehbuchautor zugestehen, auch ein noch so bekanntes Buch frei zu verfilmen. Doch der Regisseur und Drehbuchautor muss sich auch den fehlenden Sinn seiner Änderungen vorwerfen lassen. Die Änderungen hier sind fast durchweg zum Nachteil der Geschichte. Sie nehmen der Story ihre psychologische Tiefe, einige Konflikte wirken dadurch gekünstelt und die Figurenzeichnung fällt deutlich flacher aus, ist sogar fast lieblos. Einzig das Importieren einer zweiten Frau in die Geschichte sorgt für einige zusätzliche, spannende Elemente: Meredith Logue - ein vergleichbarer Charakter existiert in der Romanvorlage überhaupt nicht - verliebt sich in Tom, den sie für Dickie hält, und sorgt so dafür, dass Toms Identitätenwechsel ihn vor Probleme stellt, denn ihr gegenüber muss er als Dickie auftreten, während er für Marge und Freddie Tom ist. Dazu kommt eine gelungene Szene, in welcher er diesen Umstand für sich ausnutzt.Positiv zugute halten muss man Minghella allerdings, dass er ein hervorragendes Bild des Italien der fünfziger Jahre schafft. Für die Bilder des kleinen Städtchens Mongibello, von Rom oder von Venedig hat er das richtige Gespür. Untermalt von wunderbar passender, meistens sehr zurückhaltender Musik (von Klassik bis Jazz) ergeben sich zahlreiche - für sich gesehen - wunderbare Szenen. Dazu kommt eine Ansammlung großartiger Schauspieler, wobei vor allem Philip Seymour Hoffman überzeugen kann. Wie es der Film aber auf fünf Oscarnominierungen gebracht hat, ist nur schwer nachzuvollziehen. Die Nominierungen für den fabelhaften Score und das Set-Design sind ebenso wie die für die Kostüme noch nachvollziehbar, auch Jude Laws Leistung ist stark (auch wenn P. Seymour Hoffman die Nominierung noch eher verdient gehabt hätte). Warum aber das vermurkste Drehbuch von Minghella einen Oscar bekommen hat, bleibt mehr als fraglich. Das Skript kann wirklich nur wenige gute Einfälle vorweisen, im Großen und Ganzen wird aber eine hervorragende Geschichte durch zahlreiche Änderungen zu losem Flickwerk gemacht und bekommt vor allem gegen Ende immer mehr Schwierigkeiten, die selbst unnötig geschaffenen Probleme und Lücken zu schließen. So betont Minghella auch völlig sinnlos die homoerotischen Tendenzen des Tom Ripley, die sich auch im Buch - aber nur sehr zurückhaltend - zwischen den Zeilen finden. In Minghellas Film gipfelt das in einem völlig missratenen Ende. Zugute halten kann man Minghella nur noch, dass es sich bei Patricia Highsmiths Roman sicher um eines der schwerer zu adaptierenden Bücher handelt, fokussiert sich das Buch doch sehr auf die Gedankenwelt des smarten Betrügers Thomas Ripley.Aber andere Regisseure haben es auch geschafft, ähnlich schwer zu verfilmende Bücher sowohl frei als auch werksgetreu hervorragend umzusetzen. Minghella ist dies nicht gelungen und deshalb kann der Film auch nicht weiterempfohlen werden. Stattdessen sollte man lieber zum Buch greifen, welches jetzt Dank der neuen Reihe „50 große Romane des 20. Jahrhunderts, ausgewählt von der Feuilletonredaktion der Süddeutschen Zeitung“ auch sehr günstig zu erwerben ist. Die einzelnen Romane dieser Reihe kosten nur 4,90 €.
Quelle: www.filmbesprechungen.de

Weitere Informationen zu Der talentierte Mr. Ripley finden Sie hier.

 

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