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Felicia, mein Engel

Felicia, mein EngelFelicia, mein Engelnicht verfügbar
Handlung:Felicia aus der irischen Provinz ist schwanger von John, der ohne ihr eine Adresse zu hinterlassen gen Großbritannien abgehauen ist. Weil sie sich nicht traut, ihrem strengen Vater etwas zu sagen, will sie John in England finden. Dort sucht sie verzweifelt nach der Rasenmäher-Fabrik, in der er arbeiten soll. Ein freundlicher, älterer Herr nimmt sich ihrer an und hilft ihr beim Suchen. Er hat schon früher anderen jungen Frauen in Not geholfen.
Leihgebühr:* 1,50 EUR
Bewertung:
für 7 Tage zzgl. Versandkosten. Je weitere 7 Tage nur 1,00 EUR
Art: DVD Video
EAN: 4006680018058
FSK: 12
Hülle: Amaray Case
Jahr: 1999
Erscheinungsdatum: 01.10.2002
Anzahl Medien: 1
Regie:Atom Egoyan
Darsteller:Bob Hoskins
Gerard McSorley
Peter McDonald
Elaine Cassidy
Arsinee Khanjian
Brid Brennan
Land:England
Originaltitel:Felicia ' s Journey
Regionalcode:2
Genre:Thriller
Hersteller:Arthaus
Laufzeit:ca. 116 min
Typ:DVD-9
Verpackung:Amaray Case
Bildformat:16:9 (2.35:1) anamorph
Tonformat:Deutsch: Dolby Digital 5.1
Englisch: Dolby Digital 5.1
Untertitel:deutsch
Quelle:www.dvd-palace.de
Ausstattung:Animiertes DVD-Menü
Fotogalerien
Hinter den Kulissen
Infos als Texttafeln
Interviews
Kapitel- / Szenenanwahl
Kinotrailer
Making Of
Untertitel für Hörgeschädigte

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Filmrezensionen
Felicia, mein EngelAuthor: Markus Römmele
„Felicia, mein Engel“: wieder einmal ein Film, bei dem der deutsche Titel nicht erahnen lässt, was sich dahinter verbirgt. Wer an Lovestories denkt, vor allem die von der romantisch-verträumten Sorte, wird sich getäuscht sehen. Der Originaltitel deutet schon eher in die richtige Richtung; doch es ist eine Reise der besonderen Art, auf die sich Felicia (Elaine Cassidy), ein irisches Mädchen vom Lande, im Industriemoloch Mittelenglands begibt.Dabei will sie eigentlich nur der bigotten Engstirnigkeit ihres Heims entfliehen, ihrem Vater und der Urgroßmutter, die ihre Verbindung mit einem Jungen, der nach England auswandern will, aufs schärfste missbilligen. Felicia, die ein Kind erwartet, läuft ihrem Freund hinterher – ohne zu wissen, wohin, mit der spärlichen Information, dass ihr Freund in einer Rasenmäherfabrik in Birmingham arbeitet. Die Suche wird für die naive, verschüchterte Irin zu einer Geduldsprobe; wie gut, dass ihr ein freundlicher älterer Herr begegnet.Joe Hilditch (Bob Hoskins) ist Kantinenmanager, ein Beruf, den er mit Stolz und Hingabe ausübt, wozu er sogar die widerlichen Nachspeisen, die ihm sein Sorgenkind in der Küche immer vorsetzt, todesverachtend hinunterzwingt. Hilditch lebt in einem geräumigen, geschmackvoll eingerichteten Haus; sein größtes Vergnügen ist es, nach alten aufgezeichneten Fernseh-Küchensendungen zu kochen. Minutiös folgt er den Anweisungen der Moderatorin, ein kleiner Junge kommt ins Bild, ihr Sohn, wird von ihr gescholten und mit roher Leber gefüttert. Der Junge ist er – sie seine Mutter, mittlerweile verstorben; er lebt einsam ohne Frau und Kinder.Und an diesen Menschen gerät Felicia nun, nachdem sie halb Birmingham erfolglos auf der Suche nach Johnny durchmessen hat. Hilditch nimmt sich ihrer an, besorgt ihr ein Zimmer in einer billigen Pension, fährt sie in seinem Uralt-Auto in eine mehrere Meilen entfernte Industriesiedlung, will ihr helfen, Johnny zu finden, redet mit ihr, gibt ihr gute Ratschläge und eine Schulter, an der sie sich ausweinen kann. Mit Hilfe einer Videokamera im Auto schneidet er heimlich die Gespräche mit ihr mit, archiviert sie zuhause auf einer Kassette mit der Aufschrift „Irish Eyes“; er sieht sich ältere Aufzeichungen an, auf denen andere Anhalterinnen zu sehen sind. Hilditch ist ein guter Gesprächspartner, ein Quell der Weisheit für die verlorenen Seelen, die an seiner Seite wieder Lebensmut schöpfen und ihm dafür dankbar sind. Felicia vertraut sich ihm an, redet mit ihm über ihre Familie und das Kind in ihrem Leib; sie wohnt bei ihm, nachdem sie anderswo keine Bleibe gefunden hat und ihr Geld gestohlen wurde. Hilditch hat bekommen, was er wollte...Hilditch ist ein entfernter Verwandter von Norman Bates, dem Serienmörder aus Hitchcocks „Psycho“: ein Mann mit Mutter-Trauma, ein zurückgezogen lebender, nach außen hin korrekt auftretender Zeitgenosse, in dessen Innerem es jedoch schwer rumort. Wie subtil jedoch wird dieses Thema von Regisseur Atom Egoyan angepackt: Minutiös, mit quälender Langsamkeit entblättert sich das zunächst gut bürgerliche Bild des Joe Hilditch zu einer Fratze des Grauens, furchterregender und doch bemitleidender als das Gros der aus dem Dschungel der Mainstream-Thriller entsprungenen Soziopathen. Hilditch ist stets korrekt gekleidet, höflich, zuvorkommend; er spricht leise und hat stets etwas Kluges zu sagen. Seine Einsamkeit macht ihm schwer zu schaffen: Er sucht die Begleitung junger Frauen, bietet sich ihnen als Lebenshilfe und Ratgeber an, holt sich auf diese Weise die Bestätigung, die ihm bei seiner dominanten Mutter stets versagt blieb. Doch seine Fürsorge wird ihm nicht gedankt, denn die Mädchen, denen er hilft, wollen sich mit Gewalt von ihm losreißen, wenn sie merken, dass er sie nicht gehen lassen will.Dabei wird diese Situation nie bis in die letzte Konsequenz durchgespielt, das Furchtbare – der Zuschauer ahnt es schon – nie gezeigt. Egoyan beschränkt sich mit den kurzen Videoaufnahmen aus Hilditchs Auto, den hysterischen Befreiungsversuchen der Frauen, die ihre Lage erkennen, doch auch diese sind nicht halb so schlimm wie anderes, was man anderswo zu sehen bekam. Zwischendurch: Rückblenden auf Hilditchs Kindheit, die allein über die offenbar omnipräsenten Kochsendungen der Mutter definiert wird. Auch Felicias Vergangenheit wird angerissen: Spaziergänge mit dem hasserfüllten Vater, das Wachen am Bett der kranken Uroma, der Abschied von Johnny, einem Bruder Leichtfuß. Auf ihren Reisen geraten diese beiden Menschen aneinander, und obwohl man allmählich die Wahrheit über Hilditch erfährt, das Schicksal, das Felicia erwartet, schon vorwegzunehmen meint, so liegt doch in ihrer kurzen Beziehung etwas Anrührendes. Felicia ist die einzige, die freiwillig zu Hilditch zurückkehrt, nachdem sie merkt, dass ihr Geld fehlt; sie nimmt seine Ratschläge an und folgt seinen Anregungen. Doch für einen von beiden muss diese Begegnung schlecht ausgehen. Als Katalysator dient ein Besuch zweier neochristlicher Spendensammlerinnen in Hilditchs Garten, eine äußerst bizarre Szene mit unerwartetem, tragischem Ausgang.„Felicia, mein Engel“ ist Liebesgeschichte, Drama, Thriller, Tragödie in einem. Felicia durchlebt eine Reise, die sie in die Abgründe der menschlichen Seele führt, gerät vom vermeintlich beschaulichen Irland in eine weitere Welt, die nur angefüllt zu sein scheint mit Falschheit und Teilnahmslosigkeit. Selbst der, der sich am aufopferndsten um sie kümmert, entpuppt sich als völlig andere Persönlichkeit. Atom Egoyans Film ist ein faszinierendes und beklemmendes Erlebnis, aus dem man, wie seine Hauptfigur, geläuterter, doch desillusionierter hervorgeht. Hervorragend als Joe Hilditch dabei Bob Hoskins, die Eigenheiten seiner Figur ausleuchtend, dabei plausibel und nachvollziehbar erscheinend: eine Randfigur der Gesellschaft, die in ihrer eigenen, kleinen, zurechtgezimmerten Welt lebt. In der Tat hat es Elaine Cassidy, gleichwohl ebenfalls ausgezeichnet in ihrer Rolle, schwer, sich mit ihrer Felicia gegen die verstörende Vielschichtigkeit eines Joe Hilditch durchzusetzen. Gegen ihn, das Produkt einer verfehlten Erziehung und nicht anpassungsfähig an die Gefühlskälte der modernen Welt, wirkt sie wie ein noch nicht beschriebenes Blatt Papier, aber genau dieses Zusammenspiel zwischen den beiden macht vielleicht den besonderen Reiz von Egoyans Film aus, der auch formal über jeden Zweifel erhaben ist.DVD:Erschienen beim Kinowelt-Unterlabel Arthaus – und genau wie die meisten der dort verlegten Filme kein Produkt für den schnellen Genuss und nicht geeignet als Fernseh-Blockbuster am Samstagabend. Bild und Ton sind wie bei Kinowelt üblich sehr gut, als Extras findet man ein (zu) kurzes Making-of, ein paar Interviews, den Trailer und Filmografien. Insgesamt für eine DVD dieser Preisklasse absolut ausreichend, da bieten andere Kinowelt-Scheiben weit weniger; doch hätte man sich gerade bei diesem Film noch etwas mehr gewünscht.Film: 8 von 10 PunktenDVD: 7 von 10 Punkten Diese Kritik ist auch bei www.ofdb.de erschienen
Quelle: www.filmbesprechungen.de

Weitere Informationen zu Felicia, mein Engel finden Sie hier.

 

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