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Ferien auf Immenhof

Ferien auf ImmenhofFerien auf Immenhofnicht beschaffbar
Handlung:Dritter 'Immenhof' -Film, bei dem man erfährt, wie sich das Gestüt und das Pony-Hotel entwickelt.
Bewertung:
zzgl. Versandgebühr 2,50 EUR und Versandkosten. 14 Tage Widerrufsrecht!
Art: DVD Video
EAN: 4022484600244
FSK: 6
Hülle: Amaray Case
Jahr: 2002
Erscheinungsdatum: 25.03.2002
Anzahl Medien: 1
Regie:Hermann Leitner
Darsteller:Paul Henckels
Heidi Brühl
Matthias Fuchs
Wolfgang Neuss
Darsteller:Angelika Meissner
Land:Deutschland
Regionalcode:2
Genre:Unterhaltung
Hersteller:MVW
Laufzeit:ca. 87 min
Reihe:Immenhof
Typ:DVD-5
Bildformat:4:3 Vollbild (1.33:1)
Tonformat:Deutsch: Dolby Digital 2.0 (Mono)
Quelle:www.dvd-palace.de
Ausstattung:Kapitel- / Szenenanwahl

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Filmrezensionen
Ferien auf ImmenhofAuthor: Jens Hamp
Das Leben als jüngerer Brüder in den Achtzigern konnte grausam sein. Während die ältere Schwester zumeist in der Filmwahl mit der Mutter übereinstimmt, sah der kleine Bruder zumeist wortwörtlich in die Röhre. Mit deutschen Heimatfilmen wurde er gequält. Und so konnte er am nächsten Tag auf dem Pausenhof wieder nicht mitreden, wenn es um bedeutsame Fragen wie "Star Wars" oder "Indiana Jones" ging - weil er ein weiteres Mal Roy Black und Konsorten begutachten musste. Glücklicherweise sind die Zeiten schon lange vorbei. Mittlerweile hat der jüngere Bruder seinen eigenen Fernseher und kann gucken, was er will. Und dank einer Satellitenschüssel ist er auch nicht mehr auf drei Programme beschränkt und kann so ohne größere Probleme den deutschen Heimatfilmen entgehen...Wieso aber zum Teufel sollte man ausgerechnet in der heutigen Zeit einen der bekanntesten Heimatfilme der fünfziger Jahre gucken? Ist man masochistisch veranlagt? Ist man dank der Gehirnwäsche während der Kinderjahr gar ein Freund der Heimatfilme geworden? Oder ist der Film einfach nur unheimlich charmant und ein Pflichttermin am sonntäglichen Nachmittag?Die Jahre sind vorangeschritten, Dick und Dalli - die Mädels vom Immenhof - entwachsen langsam dem Teenager-Alter. Jedoch scheinen sich die heiteren Zeiten langsam dem Ende entgegenzuwenden, da das Pony-Hotel Immenhof nicht den erhofften Erfolg zeigt. Glücklicherweise sind die beiden nicht auf ihren Kopf gefallen - was ja beim Reiten durchaus mal passieren kann - und haben eine brillante Idee: Sie schnappen sich die Kinder des Dorfes und organisieren einen nächtlichen Ritt auf den Ponys nach Lübeck, um dort einen Werbe-Umzug für das Pony-Hotel zu starten.Der gewünschte Erfolg scheint sich einzustellen, aber die ersten Gäste sind nach dem euphorischen Werbeprospekt - das Luxus im Überfluss versprochen hat - sichtlich enttäuscht und reisen ohne die erhofften Übernachtungen ab.Ob der Pony-Hof noch gerettet werden kann? Oder ob die beiden mit ihrer "Familie" bald bettelnd auf den Straßen von Lübeck umherziehen werden? Fragen, die verständlicherweise nur durch das Gucken des Filmes geklärt werden können...Wieso nur hat der deutsche Film einen derartig schlechten Ruf?? Liegt es vielleicht an den biederen Heimatfilmen der Vergangenheit? Denn im weltweiten Vergleich muss man wohl oder übel sagen, dass "Ferien auf Immenhof" und seine Artgenossen nicht für den internationalen Markt gebraucht werden können. Wer in Amerika will schon reitende Mädels ohne jegliche Waffen sehen? Wenn schon müssen das richtige "Bad Girls" sein, die mit harten Sprüchen und rauchenden Colts der Männerwelt ordentlich in den Allerwertesten treten.Aber all das gibt es bei "Ferien auf Immenhof" verständlicherweise nicht. Man sieht nur gutgelaunte Teenager, die freudestrahlend auf ihren Hoppemaxen durch die Gegend reiten und dem Ponyhof die verdienten Gäste bereiten. Probleme, die das rosarote Weltbild zerstören könnten? Die gibt es nicht! Und wenn doch mal was Dramatisches passiert, wendet sich gleich alles dem Guten entgegen. Das angefahrene Reh wird freudestrahlend in die Tierfamilie aufgenommen; das kleine Waisenkind Fritzchen erweicht jegliche Herzen mit seinem naiven Charme und wird ebenso freudestrahlend in die Menschenfamilie aufgenommen und wird sicherlich nach dem Ende des Filmes als ein weiterer Enkel der herzensguten Oma Jantzen anerkannt.Ach ja, muss die Welt doch zu Beginn des Wirtschafswunders in Deutschland schön gewesen sein. Die "Kinder" vom Immenhof können den lieben langen Tag in der Sonne vertrödeln und beschweren sich dann am Abend, dass sie neben der ganzen Schufterei gar kein Privatleben mehr haben. Und selbst wenn sie die ganzen Kinder des Dorfes in ihrer Nacht- und Nebelaktion entführen, um eine Parade zu Gunsten des Gestüts zu veranstalten, werden sie am nächsten Tag noch mit offenen Armen entfangen. Solch eine Narrenfreiheit hätte man gerne mal.Und auch ansonsten erscheint der Film in einem äußerst bieder rosarotgefärbten Bild. Die Story plätschert ohne jegliche Höhepunkt vor sich hin und darf getrost mit dem Siegel "langweilig" versehen werden. Aber so steht sie wenigstens den Witzchen, die von der heute in der Filmwelt heißgeliebten Gürtellinie meilenweit entfernt sind und altbacken und langweilig erscheinen, in nichts nach.Soll das jetzt wirklich heißen, dass der Film in der heutigen Zeit gänzlich unbrauchbar ist? Oder darf man sich noch Hoffnungen auf einen halbwegs gelungenen Film machen? Wischt euch die Schweißperlen von der Stirn, denn ihr könnt beruhigt sein: Mit der gewissen Portion Gehässigkeit kann man die zahllosen Momente des unfreiwilligen Humors - seien es die breitgrinsend Statisten oder zahllose Dialoge, die platt daherkommen - vollauf genießen. Aber soll das wirklich alles sein? Deswegen guckt man sich doch keinen neunzigminütigen Film an.Und wieder kann man den Leser beruhigen. Der wahre und unvergleichliche Charme des Filmes wird nicht durch die unfreiwillig komischen Momente entfacht, sondern durch die großartige musikalische Untermalung. Wird bei der anfänglich zu sehend Pferde-Stempede durch die Musik der Eindruck eines Westerns erweckt, weiß man spätestens bei den von den Schauspielern gesungen Liedchen, dass man gerade einen Heimatfilm auf der Mattscheibe betrachtet. Ja, so war das früher. Man hatte noch nicht das Geld um Bands wie U2 oder Metallica für den Soundtrack (mal abgesehen davon, dass die zu 80% zu dem Zeitpunkt noch gar nicht unter den Lebenden weilten, geschweige denn ein Musikinstrument in der Hand hatten) zu verpflichten und da mussten kurzerhand die Akteure mit ihren engelsgleichen Stimmen herhalten. Und man sei gewarnt, für jüngere Ohren wird das wohl nur schwer ertragbar sein. Man stelle sich einfach eine Folge des "Musikantenstadels" vor und multipliziert jegliche Qualen, die man dabei erleidet, mit einer freiwählbaren Unbekannten und kann sich ungefähr vorstellen, wie schlimm die Ohren leiden müssen. Lustig und gutgelaunt singen Dick, Dalli und ihre Freunde über den Ponyhof. Und der Zuschauer stopft sich Watte ins Ohr und erfreut sich (hoffentlich) gehörlos an der Unbeschwertheit der Fünfziger.Heidi Brühl (Dalli) und Angelika Meissner (Dick), die beide ihre (kurzzeitige) Berühmtheit den "Immenhof"-Filmen verdanken, laufen mit einer penetrant guten Laune durch den gesamten Film und lassen so leichte Hassgefühle im Zuschauer aufkeimen. Wie kann man nur so schweineglücklich sein? Haben die denn keine Probleme? Egal, ihre Arbeit verrichten die beiden trotz des platten Drehbuches ganz ordentlich und selbst kleine Aussetzer kann man ihnen dank ihres Dauerlächelns verzeihen.Margarete Haagen - vielleicht dem ein oder anderen bekannt aus Klassikern der Filmgeschichte wie "Der Apfel ist ab" oder "Grün ist die Heide" - hingegen geht gänzlich in der Rolle der herzensguten Oma Jantzen auf. Immer wieder zeigt sie Verständnis für die Dummheiten der Enkel und liefert so das perfekte Bild der geliebten Großmutter ab.Sicherlich ist das ganze von allen ein wenig eindimensional gespielt, aber wen stört das schon? Vor allem wenn man auch den glatzköpfigen Schnurbartträger Hubert von Meyerinck - vielleicht aus "Das Spukschloss im Spessart" (u.a.) bekannt - unter den Akteuren entdecken kann. Ein Schauspieler, der gesamtbetrachtet wohl in keinem Film der Fünfziger - dank eines Abonnements auf Nebenrollen - fehlen durfte und so dem Zuschauer immer wieder mit vollster Hingabe eine herrlich überzogene Figur präsentierte.Die herausragendsten Akteure des Filmes sind natürlich unzweifelhaft die ganzen Pferde, grazil wie Elfen hüpfen sie über ihre Weide, vermitteln mit ihren haarigen Gesichtern perfekt die ganzen Facetten der unterschiedlichen Emotionen - wobei ihnen ein trauriges, langes Gesicht am besten gelingt - und spielen sich ohne Umschweifen in die Herzen der Zuschauer. Ach ja, von Willi und seinen Freunden könnte sich so mancher Schauspieler noch eine große Scheibe abschneiden...Wunder, oh Wunder, eine Guckempfehlung kann gar herausspringen! Alle kleinen Mädchen (und selbige die sich noch ihre pferdeliebende Kindheit bewahrt haben) werden den Film lieben. Die gesamte Zeit des Filmes hoppeln kleine süße Ponys über den Fernsehschirm und um den Knuddelfaktor des Filmes noch zu erhöhen wird das ganze mit einem angefahrenen Reh garniert. Und so wird jeder Wendy- und ein-Herz-für-Tiere-Fan den Film schon nach wenigen Minuten in sein Herz schließen.Aber was ist mit den Unmengen von potentiellen Filmguckern, die während ihrer ganzen Kindheit niemals einen Draht zu Pferden gefunden haben und nur verständnislos mit dem Kopf geschüttelt haben, wenn die kleine Susi von nebenan mal wieder zum Reiterhof gegangen ist, um die Pferde striegeln zu können. Können die auch ihren Spaß mit dem Film haben? Um nicht die Spannung zu groß zu machen und nicht in ellenlange Ausführungen zu verfallen: Die breite Masse sollte den größtmöglichen Bogen um "Ferien auf Immenhof" machen. Sie wurde in der Vergangenheit von Hollywood mit Special-effects-Orgien "verwöhnt" und für derartig geprägte Augen erscheint die harmonische und biedere Inszenierung einfach wie ein Relikt aus vergangenen Tagen, das längst schon wieder im Wüstensand verbuddelt werden sollte. Sollte es aber wirklich Menschen geben, die sich von einer Warnung nicht überzeugen lassen wollen: Viel Spaß mit einem Film, der dem Zuschauer ein (teilweise ungewolltes) nostalgisches Lächeln ins Gesicht zaubern wird. Und unter Garantie nicht so schlimm ausfällt, wie der schlechte Ruf und der sarkastische Rezensent es weismachen wollen...
Quelle: www.filmbesprechungen.de

Weitere Informationen zu Ferien auf Immenhof finden Sie hier.

 

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