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Guest House Paradiso

Guest House ParadisoGuest House Paradisonicht verfügbar
Handlung:Richie und Eddie betreiben ein schmuddeliges Gästehaus, das in unmittelbarer Nähe zu einem Atomkraftwerk liegt. Die Gäste, unter ihnen eine Filmdiva auf der Flucht vor Paparazzi, deren schmieriger Lover und eine weltfremde Aristokratin, werden von den Rüpeln immer wieder beleidigt und bekommen von ihnen radioaktiven Fisch vorgesetzt.
Leihgebühr:* 1,50 EUR
Bewertung:
für 7 Tage zzgl. Versandkosten. Je weitere 7 Tage nur 1,00 EUR
Art: DVD Video
EAN: 3259190255326
FSK: 16
Hülle: Amaray Case
Jahr: 2001
Erscheinungsdatum: 19.07.2001
Anzahl Medien: 1
Regie:Adrian Edmondson
Darsteller:Vincent Cassel
Bill Nighy
Simon Pegg
Rik Mayall
Adrian Edmondson
Hélène Mahieu
Regionalcode:2
Genre:Komödie
Hersteller:Universal Pictures Germany
Laufzeit:ca. 86 min
Verpackung:Amaray Case
Bildformat:16:9 (2.35:1) anamorph
Tonformat:Deutsch: Dolby Digital 5.1
Englisch: Dolby Digital 5.1
Untertitel:deutsch
englisch
holländisch
Quelle:www.dvd-palace.de
Ausstattung:Animiertes DVD-Menü
Interaktives Spiel
Kapitel- / Szenenanwahl
Kinotrailer
Musikvideo(s)
Outtakes

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Filmrezensionen
Guest House ParadisoAuthor: Jens Hamp
Cineastische Legenden der übelsten Sorte: In einer unbekannten Sneak Preview lief vor einigen Jahren [um genau zu sein: Es war der 01. November 2000] ein Film, der für Furore gesorgt hat. Ausverkauftes Haus - über dreihundert Mann (respektive Frau) lachen vergnügt über eine grenzdebile Eröffnungssequenz. Doch das Lachen verstummte immer mehr. Bis zu guter letzt noch sage und schreibe (circa) 30 das Fallen des Vorhanges bemerken sollten. Eine lemmingartige Flucht. Eine Flucht vor Holzhammerhumor der übelsten Sorte, der im Finale gar noch von einer schleimigen Kotzorgie gegipfelt werden sollte. Aber was lässt "Guest House Paradiso" so massiv scheitern? Ist es die nicht vorhandenen Storyline um zwei Hotelinhaber, die mehr schlecht als recht über die Runden kommen, ihr wenigen Gäste (milde gesagt) unfreundlich behandeln und mit atomarverseuchten Fisch füttern? Oder aber der sehr spezielle Humor, der beiden britischen Kultkomiker Rik Mayall und Adrian Edmondson - die insgeheim als wahre Vertreter des (extrem) "alternativen britischen Humors" bezeichnet werden - seit eh und je auszeichnet? Richard Twat ist der Hotelmanager des billigsten Hotels in ganz England. Der "wunderschöne" Meeresblick von einer tödlich hohen Klippe wird von der Nachbarschaft eines die Gegend verseuchenden Atomkraftwerkes geschmälert. Kein Wunder, dass die Gäste ausbleiben. Einzig ein junges Pärchen in den Flitterwochen hat sich in seinem heruntergekommenen Zimmer eingeschlossen, eine reiche daueralkoholisierte Witwe wird für die finanziellen Mittel ausgeschlachtet und die letzten halbwegs intelligenten Gäste werden nach einer morgendlichen Frühstücksschlacht zwischen Twat und seinem kurzsichtigen Kollegen Eddie vergrault. Wer will sich schon seine Flitterwochen durch zwei Hoteliers vermiesen lassen, die sich gegenseitig die Köpfe einschlagen? Das üble Chaos soll jedoch nicht lange auf Twat und Eddie warten: Ein junge Familie bezieht die Herberge und scheint Twat beim "versehentlichen" Klau der Gummi-Reizwäsche erwischt zu haben. Der italienische Filmstar Gina Carbonara [bekannt aus dem Leinwandhit "Der letzte Schmetterling des Sommers" in dem sie eine Hure mit goldenen Herzen spielt] sucht Zuflucht vor ihrem zwanghaft-fremdgehenden Verlobten Gino Bolognese. Und das ergaunerte Fisch-Abendessen entpuppt sich als atomarverseucht...Rik Mayalls bisher einzige Ausflug in die glitzernde Hollywood-Filmwelt grenzte an ein mittelgroßes Desaster: "Drop dead Fred" ["Mein böser Freund Fred"] ist übelster Holzhammerhumor, der sich für keine Zielgruppe entscheiden kann. Die Grundthematik richtete sich an die jüngsten Kinogänger - doch der Humor ist bei weitem nicht als jugendfrei zu bezeichnen. Um das ganze noch auf die Spitze zu treiben, könnte man munkeln, dass Phoebe Cates - die Frau von Kevin Kline erlang weltweiten Ruhm durch die beiden "Gremlins"-Filme" - Hauptrolle in "Drop dead Fred" der Untergang ihrer filmischen Karriere war, aber dies würde wohl einen Schritt zu weit gehen. So zog es Rik Mayall erneut zurück auf die britische Insel - wo er mit seinem Universitätsfreund Adrian Edmondson auf der Mattscheibe erneut einiges an Chaos verbreiten konnte. Die Zeiten haben sich zum Ende des vergangenen Jahrtausends geändert, so dass Mayall und Edmondson einen Versuch wagen auf der großen Leinwand erstmalig gemeinsam das penetrante Chaos zu entfachen. Ein Versuch, der nüchtern betrachtet im Vergleich zu ihren anderen Werken nichts Neues bietet:Die beiden Vorzeige-Dumpfbacken prügeln sich durch die gesamte Länge des Filmes. Eigentlich könnte man selbiges durchaus als gelungene Ehrerbietung an die Stummfilmkomiker des vergangenen Hollywoodzeitalters bezeichnen. Doch während Stan Laurel ein einziges Mal gegen eine Bratpfanne gelaufen ist, bekommt Edmondson die Bratpfanne ganze achtzehn Mal von Mayall über die Birne gezogen. Sicher, im ersten Moment erscheint es noch als (verhältnisgemäß) amüsant, wenn die Hotelgäste das laute Treiben in der (für sie verschlossenen) Küche mit ungläubigen Blicken "betrachten" - doch wenn dann das Geschehen in der Küche gezeigt wird, möchte man seinen Glauben an den britischen Humor leugnen: In aller Ausgiebigkeit prügeln die Chaoten auf sich ein. Stecken den Kopf des Kontrahenten in den Spalt der Kühlschranktür und lassen voller Freude selbige neun Mal zuschnellen. Oder verwenden einen Nussknacker getreu seines Wortes an des Mannes heiligster Stelle. Oder benutzen einen Bleistift als Blasrohrgeschoss für den Allerwertesten des Gegenübers. Amüsant? Keine Sekunde. Das ganze Geschehen erscheint dem Betrachter wie ein stetiger Schlag mit einem stumpfen Gegenstand auf den eigenen Schädel. Man droht zu verblöden! Möchte zum Selbstschutz am liebsten selbst in das Geschehen eingreifen und den beiden endgültig den Garaus zu machen. Vielleicht würden sie bei einer richtigen Behandlung nicht mehr wie in einem "Tom & Jerry"-Cartoon den Boden ohne jegliche dauerhaften Schrammen verlassen. Aber vermutlich hat das Gehirn von Twat und Eddie schon derartig gelitten, dass sie keinen Schmerz mehr verspüren können!So sollte es nicht verwundern, dass der bereits angesprochene verstrahlte Speisefisch noch im Finale für eine exorbitante Kotzorgie sorgt, die die Figuren knöcheltief im Erbrochenen herumstaksen lässt. Wer bisher immer noch der Ansicht war, dass das Finale von Peter Jacksons Splatter-Geniestreich "Braindead" in seinem Körperflüssigkeiten-Gehalt unschlagbar sei, sollte wohl einen weiten Bogen um die britische Komödie machen. Der gesamte Flur ist mit grünem Schleim verschmiert und als besonderes Schmankerl erleichtert sich der Filmbösewicht Gino Bolognese - der seine Zukünftige Gina Carbonara zurückholen will - noch eines überdimensionalen Kotzballes, der die "Helden" [inklusive des eroberten Filmsternchens] in bester "Indiana Jones"-Tradition verfolgt. Appetitlich und sehr delikat!Somit dürfte jeder aufmerksame Leser der Ansicht sein, dass "Guest House Paradiso" gesamtbetrachtet ein gänzlicher Fehlschlag in Sachen Komik und Humor sein. Doch (so leid es einem ehrlichen Kritiker tut) weit gefehlt: Es gibt Momente die wahrlich dem Betrachter ein lautes Lachen entlocken können - leider sind diese nur äußerst spärlich gesät. Sei es eine Schaukel direkt vor dem tiefen Abgrund, die strunzdummen Blicke der Hauptdarsteller oder zumeist die Anfänge ihrer Schlägereien. Ja, man kann sich das ein oder andere Lachen entlocken lassen. Nur dumm, dass Mayall und Edmondson - die beide auch für das "Drehbuch" verantwortlich waren - nicht die Grenzen des guten Geschmackes kennen oder kennen wollen. Sie überziehen das ganze zu einer nur schwerlich ertragbaren Herausforderung der Geschmacksnerven. Den beiden Knallchargen Adrian Edmondson und Rik Mayall muss man letztlich zu Gute halten, dass sie in das Bild der Komödie äußerst gut passen. Ihre Blicke sind perfekt geeignet um den grenzdebilen Charakter der Hauptfiguren zu visualisieren. Sicher, das alles sind nur talentfreie Fratzen und Grimassen - aber wer möchte schon einen Method-Actor in einer derartig grenzdebilen Rolle betrachten? Es reicht gänzlich aus, dass hier wie in einer Freak-Show herum grimassiert wird. Passende schauspielerische Nicht-Qualitäten, die die selbsternannten Stars und Sternchen in einer Seifenoper wie Oscar-Gewinner erscheinen lassen. Was aber zwei (leidlich?) gestandenen Schauspieler wie Vincent Cassel [als Gino Bolognese; u.a. in "Birthday girl" und verheiratet mit Italiens Starexport Monica Bellucci] und Brian Nighy [als Hotelgast; u.a. in "Still crazy" und „love actually“] in einem derartigen Kasperle-Theater verlorenen haben, ist nicht nachvollziehbar. Ob sie einen derartig ungewöhnlichen Humorgeschmack haben? Oder nur auf der Suche nach dem schnellen Geld waren? Fragen, die die Filmwelt nie klären kann!Fazit - No gloves! No rules! Just big jugs!Humoristische Qualitäten? Weit gefehlt! Gute Darsteller? Noch weiter verfehlt! "Guest House Paradiso" ist eine Trash-Komödie, die selbst hartgesottene Filmliebhaber mit schlechtem Geschmack vor eine nahezu unlösbare Aufgabe stellt: Soll man wirklich über eine derartig kindische Penetranz lachen oder doch lieber die Flucht ergreifen? Eine schwere Frage! Vielleicht könnte man gar so weit gehen und den Humor von Rik Mayall und Adrian Edmondson als die höchste Stufe des britischen Anarcho-Humors bezeichnen. Denn mit einigen durchaus gelungenen Lacher hat "Guest House Paradiso" sicherlich etwas zu bieten. Ob man dafür aber durch eine Hölle der Geschmack- und Niveaulosigkeiten waten muss, ist eindeutig eine Frage, die mit einer expliziten Verneinung zu beantworten ist!
Quelle: www.filmbesprechungen.de

Weitere Informationen zu Guest House Paradiso finden Sie hier.

 

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