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Leo und Claire

Leo und ClaireLeo und Clairenicht verfügbar
Handlung:Die lückenlos dokumentierte Geschichte einer Freundschaft zwischen der jungen, attraktiven Fotografin Irene Scheffler und dem jüdischen Kaufmann Leo Katzenberger. Hitlers willige Vollstrecker im Häuserblock sorgen mit beharrlicher Denunziation dafür, dass er hingerichtet wird und sie ins Zuchthaus kommt. Auch nach dem Krieg findet sie vor deutschen Gerichten keine Gerechtigkeit. Eine Geschichte von Mut und Freundschaft, aber auch von Feigheit und Schuld.
Leihgebühr:* 1,50 EUR
Bewertung:
für 7 Tage zzgl. Versandkosten. Je weitere 7 Tage nur 1,00 EUR
Art: DVD Video
EAN: 4009750218952
FSK: 12
Hülle: Amaray Case
Jahr: 2001
Erscheinungsdatum: 02.02.2002
Anzahl Medien: 1
Regie:Joseph Vilsmaier
Darsteller:Dietmar Schönherr
Jochen Nickel
Suzanne von Borsody
Hanns Zischler
Michael Degen
Axel Milberg
Alexandra Maria Lara
Jürgen Schornagel
Jasmin Schwiers
Rüdiger Vogler
Kai Wiesinger
Darsteller:Andrea Sawatzki
Franziska Petri
Nicky Kantor
Land:Deutschland
Regionalcode:2
Genre:Drama
Hersteller:Eurovideo Bildprogramm GmbH
Laufzeit:ca. 99 min
Typ:DVD-9
Bildformat:16:9 (1.85:1) anamorph
Tonformat:Deutsch: Dolby Digital 5.1
Quelle:www.dvd-palace.de
Ausstattung:B-Roll
Biographien Crew
Cast & Crew Filmographien
Interviews
Kapitel- / Szenenanwahl
Kinotrailer
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Filmrezensionen
Leo und ClaireAuthor: Ulrich Behrens
Nicht gerade verwöhnt hatte Joseph Vilsmaier sein Publikum mit dem Film "Marlene" (2000). Man könnte auch sagen: Der Streifen ging voll in die Hose. Jetzt versuchte sich Vilsmaier, der bei manchen Filmkritikern inzwischen das Etikett trägt: "Auf ihn lässt\'s sich so schön drauf hauen", mit der Verfilmung des sog. Nürnberger "Rasseschande"-Prozesses aus dem Jahr 1942, basierend auf der Dokumentation der Korrespondentin der Süddeutschen Zeitung in Rom, Christiane Kohl, Titel: "Der Jude und das Mädchen".In einem Nürnberger Hinterhof hat Leo Katzenberger (Michael Degen) seine Schuhfabrik, zusammen mit seinem Bruder Max (Rüdiger Vogler). Zur Familie gehören Leos Frau Claire (Suzanne von Borsody), beider Töchter Käthe (Alexandra Maria Lara) und die jüngere Lilo (Jasmin Schwiers) sowie Max Frau Karin (Aviva Joel). Für Katzenberger arbeiten Paul Steinheil (Jochen Nickel), der mit seiner Frau Helga (Andrea Sawatzki) im Hinterhof lebt, ebenso wie Fritz Häberlein (Michael Brandner), der orthopädische Prothesen herstellt, mit seiner Frau Lisbeth (Nina Hoger) und Sohn Alex (Nicky Kantor). In einer Ecke des Hofs wohnt noch der stille Hausmeister Meisel (Axel Milberg) mit seiner alten, kranken Mutter.Ein Jahr vor der Machtübernahme durch Hitler mietet sich die bildhübsche junge Fotografin Irene Scheffler (Franziska Petri) in ein Atelier bei Katzenberger ein. Ein frischer Wind scheint durch den Hof zu ziehen. Alle Männer schauen heimlich hinter den Gardinen vor, können ihre Augen nicht von Irene lassen. Auch Leo ist von der jungen Frau fasziniert, verliebt sich in sie, küsst sie, beschenkt sie, beginnt aber kein Verhältnis mit ihr. Leo liebt seine Frau. Claire bleibt die Faszination ihres Mannes von Irene Scheffler nicht verborgen. Immer öfter hält sich Leo in ihrem Atelier auf. Claire ist wütend, böse, verzweifelt.Die Zeiten ändern sich drastisch, als Hitler an die Macht kommt. Während die ältere Tochter Käthe mit ihrem Freund nach Jerusalem auswandert, bleibt der Rest der Katzenbergers, trotz aller zunehmenden Diskriminierung, trotz aller Nöte und der wachsenden Bedrohung in Nürnberg. Allerdings lässt Leo nach einem Besuch seiner Tochter in Jerusalem 1938 während der sog. "Reichskristallnacht" auch die jüngere Tochter Lilo in Palästina zurück, fährt zurück nach Nürnberg und beantragt für die ganze Familie Ausreisevisen. Den Kontakt zu Irene hat er wohlweislich fast abgebrochen, will von ihr nur die rückständige Miete für die etlichen Monate vor der sog. "Arisierung" seines Vermögens durch die Nazis, um die Visen für seine Familie bezahlen zu können.Doch das alles ist zu spät. Sein Arbeiter Paul Steinheil hat ihn bei der Gestapo angezeigt, weil Leo angeblich ein Verhältnis mit Irene Scheffler habe. Das ist nach den bestialischen Gesetzen der Nazis "Rassenschande". Leo wird angeklagt, ebenso Irene, beide werden in der Haft und bei den "Vernehmungen" gefoltert. Für Richter Rothaug (Jürgen Schornagel) und Staatsanwalt Markl (Andreas Hofer) steht das Urteil schon vor dem Prozess fest ...Wie aus vielen seiner bisherigen Filme bekannt ist, liebt Vilsmaier das Kleinräumige, das Bäuerliche, die kleinbürgerliche Enge als Schauplatz seiner Geschichten von "einfachen" Menschen, die in Konflikte geraten. Auch hier ist der Hinterhof der Schauplatz fast allen Geschehens, bis das Großräumige, das Machtvolle, das Brutalisierte aufräumt und der Gerichtssaal zum letzten Schauplatz für Leo und Irene wird, bevor Claire in Auschwitz ermordet wird und bevor sich Lilo Katzenberger (Alice Treff) mehr als fünfzig Jahre später, nach Nürnberg zum ersten Mal wieder zurückgekehrt, an das Grauen erinnert.Zweigeteilt wie diese Sicht ist auch der Film. Vilsmaier will, was er weiß, zeigen - und übertreibt. Er zeigt die engen Verhältnisse im Nürnberger Hinterhof, aber wozu ist es notwendig, plakativ zu betonen, statt anzudeuten, feine Linien zu zeichnen? Von Irene wird nicht nur einmal, sondern mehrfach gezeigt, wie sich nackt in ihrem Zimmer wäscht und wie die Männer im Hof sie beobachten, so, als ob Vilsmaier auch noch dem letzten (schlecht sehenden ?) Zuschauer ein für allemal deutlich machen will, ja was eigentlich? Wozu eine Szene, in der Steinheil seine Frau zum Geschlechtsverkehr zwingt, sie vergewaltigt, und dabei natürlich an Irene Scheffler denkt? Wozu die mehrfachen Blicke der Jugendlichen, die immer wieder dasselbe aussagen sollen: Aha, eine reizende, ruchlos anmutende Schönheit bevölkert unsere kleine Welt.Vilsmaier, der selbst die Kamera führt, stößt uns mit der Nase auf etwas, was wir eh schon wissen, er betont, er überbetont, er verleiht Dingen Gewicht, die uns bereits gewichtig sind. Da verliert sich das Feinfühlige, Zarte, aber auch das Wilde, Ungestüme, als ob ein Maler in seinem Bild der Realität mehr Ausdruck geben wollte, als sie verkraften kann.Erst als es zum Prozess kommt, wechselt Vilsmaier die Perspektive, Gott sei Dank. Jetzt zeigt er, was er auch kann. Die Gerichtsszene, in der Richter Rothaug, unterstützt von Staatsanwalt Markl, das präsentieren kann, was die Diktatur, den Terror, die ungebremste Willkür ausmacht: Wie der Präsident des "Volksgerichtshofs" Freisler, der (nicht nur) die Attentäter des 20. Juli 1944 in niederträchtigster Weise demütigte und in den Tod schickte, verdeutlicht Rothaug die ganze Brutalität des Regimes. Wie der Mann mit der Sense fegt er durch den Gerichtssaal, Worte als Waffe, das Urteil schon längst gefällt, nur der Rechtfertigung des NS-Regimes verhaftet. Eine beeindruckende Dokumentation der NS-Herrschaft gelingt Vilsmaier mit diesem zweiten Teil seines Streifens.Michael Degen, der in seiner Biografie "Nicht alle waren Mörder" seine Geschichte als Jude in Deutschland beschrieben hat, spielt Leo Katzenberger - in seiner ganzen Hilflosigkeit, aber auch seiner Hoffnung, seiner Verzweiflung und seinem immer wieder neu geschöpften Mut, als liebenden Vater und Ehemann, und als Verurteilter in einer sehr sensiblen, überzeugenden Art. Franziska Petri kann als Irene Scheffler überzeugen, als zunächst offene und offenherzige, reizvoll junge Frau, die an ihrer Liebe zu Katzenberger scheitert, scheitern muss. Vor allem in den Szenen im Folterkeller der Gestapo und im Gerichtssaal zeigt sie ihr darstellerisches Können.Suzanne von Borsody als verletzte, dennoch liebende Ehefrau und auch die anderen Schauspieler sind leider etwas zu schwach gezeichnet, kommen gegen die Konzentration des Films auf die Rollen von Degens und der Petri nicht so recht an. Auch hier muss sich Vilsmaier sagen lassen, dass er zu viel Wert auf schon fast illustriertenhaft aufgeladene Bilder legt, statt die Charaktere intensiver zu zeichnen und die Schauspieler spielen zu lassen, statt sie als plakative Träger zu benutzen.Fazit:Dem Film "Plumpheit" (so im "Schnitt") vorzuwerfen oder gar "Geschichtsklitterung" (wie im "Tagesspiegel") hält der Rezensent nicht nur für maßlos übertrieben, sondern vor allem für den Ausdruck eines schon grotesken Nicht-Hinsehens. In keiner Weise fördert der Film etwa ein Vorurteil wie: die Juden seien zumindest an ihrem eigenen Unglück schuld (so Schult-Ojala im "Tagesspiegel"). Der Rezensent sieht eher das Problem, dass Vilsmaier im ersten Teil des Films und damit insgesamt die Chance vertan hat, dem nachzugehen, was biedere, durchschnittliche Bürger dazu bringt, zu Denunzianten zu werden, sich der Macht vollkommen zu verschreiben und damit am Morden mitzuwirken. Die plakative Methode hat Vilsmaier diesen Weg versperrt. Das ist die Crux des Films. Von zehn möglichen Punkten daher "nur" sieben!
Quelle: www.filmbesprechungen.de

Weitere Informationen zu Leo und Claire finden Sie hier.

 

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