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MASH

MASHMASHnicht verfügbar
Handlung:M.A.S.H. (Mobile Army Surgical Hospital) - ein mobiles Feldlazarett, wenige Kilometer von der koreanischen Front entfernt. Das Hospital gleicht einem Irrenhaus, denn die Ärzte Hawkeye, Duke und Trapper sorgen mit ungewöhnlichen Methoden für die Truppenunterhaltung. Gnadenlos verführen sie Krankenschwestern auf dem OP-Tisch, ziehen mittels Narkose unliebsame Vorgesetzte aus dem Verkehr oder therapieren Potenzprobleme. Im MASH überleben wirklich nur die Stärksten.
Leihgebühr:* 1,50 EUR
Bewertung:
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Art: DVD Video
EAN: 4010232008435
FSK: 16
Hülle: Amaray Case
Jahr: 2002
Erscheinungsdatum: 16.05.2002
Anzahl Medien: 1
Regie:Robert Altman
Darsteller:Donald Sutherland
Robert Duvall
Tom Skerritt
Elliott Gould
Sally Kellerman
Roger Bowen
Land:USA
Regionalcode:2
Genre:Komödie
Hersteller:20th Century Fox Home Entertainment
Laufzeit:ca. 115 min
Reihe:M.A.S.H.
Typ:DVD-9
Bildformat:16:9 (2.35:1) Widescreen
Tonformat:Deutsch: Dolby Digital 2.0 (Mono)
Englisch: Dolby Digital 2.0 (Stereo)
Untertitel:deutsch
deutsch für Hörgeschädigte
englisch
Quelle:www.dvd-palace.de
Ausstattung:"Backstory: MASH"
Audiokommentar von Robert Altman
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Filmrezensionen
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M*A*S*HAuthor: Michael Matzer
Schmerzloser Selbstmord: die Antikriegskomödie schlechthin:MASH, die Abkürzung für "Mobile Army Surgeon Hospital", ist nach den langen Jahren der TV-Serienausstrahlung zum Synonym für Militärklamotte geworden. Dieses Klischee trifft aber für den - dadurch fast in Vergessenheit geratenen - Urvater des Phänomens, den Film von Robert Altman, aber keineswegs zu. Die Tatsache, dass er bereits in der Entstehungsphase unter heftigen Beschuss des Studios 20th Century Fox geriet, bekräftigt sein kritisches Potenzial. Seit jeher haben rechtskonservative Moral- und Sittenwächter dagegen gewettert, doch mit dem Erfolg der gezähmten Serie wurde dies überflüssig.Dieser Streifen stellte in der Filmgeschichte etwas Neues dar, und das merkten die Kritiker sofort: Hier erzählt der Regisseur kein Drama mit Anfang, Mitte und Ende/Finale, sondern mehrere Episoden aus einer unendlichen Geschichte, die weder Anfang noch Ende hat. Immerhin können die einzelnen Episoden jeweils mit einer Pointe beziehungsweise einem Höhepunkt aufwarten. Und bestimmte Figuren, die immer wieder einmal auftauchen, sorgen für eine Art roten Faden. Die Lautsprecherdurchsagen stellen die Interpunktion zwischen den Einzelteilen dar und halten alles zusammen, sozusagen das Über-Ich.Was wird nun erzählt? Wieder einmal führen die Vereinigten Staaten Krieg. Ursprünglich erzählte die Romanvorlage vom Koreakrieg, aber Altman und sein Publikum bezogen die Aussage des Films eindeutig auf den Vietnamkrieg. Das Wort "Vietnam" fällt zwar nie, doch die Kulisse wurde nach Südostasien verlegt. Und wieder einmal werden Ärzte aus den USA eingezogen und an die Front geschickt, um dort im Mobile Armeelazarett verwundete junge Männer wie Autos am Fließband zusammenzuflicken und wieder diensttauglich zu machen, so dass sie sich wieder zusammenschießen lassen konnten. Man muss diesen Irrsinn verstehen und als amoralisch akzeptieren, sonst kann man den geschmacklosen Humor des Films und seiner Figuren nicht begreifen.Captain Dr. Hawkeye Pierce (wörtlich "Falkenauge durchdringend", gespielt von D. Sutherland) landet mit Duke (der Spitzname von John Wayne; gespielt von Tom Skerritt) im MASH-Hospital drei Meilen hinter der Front. Schon bald wird den Ärzten klar, dass sie einen Profi für den Brustbereich brauchen. Es trudelt ein: "Trapper John" McIntyre (gespielt von E. Gould). Fortan stecken die zwei Trapper ("Falkenauge" hieß in J. F. Coopers "Lederstrumpf"-Romanen der Held N. Bumppo) zusammen wie Pech und Schwefel. Und es gibt viel zu erreichen.Da wäre zum einen der Kampf gegen die rechtskonservativen Elemente im MASH-Camp. Zeltgenosse von Hawkeye und Duke ist ein gewisser Frank Burns (Robert Duvall), der betet, aus der Bibel vorliest und einem "Eingeborenen" das Lesen beibringt: ein Gutmensch, wie er im Buch steht. Doch das Schicksal naht in Gestalt der ebenso aufrechten Obersten Krankenschwester Helen O\'Houlihan, die sich schon bald einen wunderbaren Spitznamen verdient. Frank und Helen sehen und finden sich, empört über die lockere Dienstauffassung der eingezogenen Zivilisten. Dies führt zu zwei herrlichen Verführungsszenen: Der Geist mag stark sein, doch das Fleisch ist willig. Die perfiden Gegner des verliebten Duos übertragen den höchst sinnlichen Dialog bei der 2. Sexszene über Lautsprecher ins gesamte Lager: "Kiss my hot lips!". Fortan hat die Oberschwester ihren Spitznamen weg: Hot Lips. Doch damit beginnt erst ihr Martyrium, das in der berühmten Duschszene seinen Höhepunkt findet. (Hier lohnt sich der Audiokommentar des Regisseurs wirklich. Erstaunlich, welche Tricks angewendet werden mussten!)Nachdem Frank Burns nach einem Gewaltausbruch aus dem Lager entfernt worden ist, kehrt wieder ein wenig Ruhe ein. Nun folgt eine der eindrucksvollsten und komischsten Episoden: Zahnarzt Walt, genannt der "Schmerzlose Bohrer" bzw. "Painless Pole" (er ist Pole) hat im Bett keinen hochgekriegt, hält sich daher für homosexuell und beschließt, seinem verpfuschten Leben ein Ende zu bereiten.Als echte Kameraden gewähren die Kollegen Walt jede nur erdenkliche Hilfe, da er sich ja mit so etwas nicht auskennt. Trapper John empfiehlt die "Schwarze Kapsel" (Zyanid), wie sie schon Hitler und Eva Braun benutzten. In Wahrheit ist das natürlich ein Placebo, z.B. ein Schlafmittel. Doch bei einem "Letzten Abendmahl" à la Leonardo da Vinci verabschieden sich Walts Kameraden mit freundschaftlichen Gaben und einem netten Ständchen: "Suicide is painless" (Selbstmord ist schmerzlos). Dies ist nicht nur der Titelsong des Films geworden, sondern auch eine witzige Anspielung auf den Spitznamen des so Geehrten selbst. Gesungen wird das Lied von einem Schwarzen (Nat Prymus), der danach 20 Jahre lang in CATS mitspielte, und die Lyrics stammen von Altmans Sohn Michael.Nach dem "Tod" - ohne Segen des katholischen Priesters - kommt naturgemäß die Auferstehung. Die wird von Hawkeye arrangiert. Seine Lagerfreundin, eine verheiratete Krankenschwester im Leutnantsrang, verhilft dem in seiner Manneswürde tödlich verwundeten Walt wieder zu neuer Standhaftigkeit und Lebensmut. Am nächsten Morgen bricht er schon wieder Zähne heraus.Es kommt zu einem historischen Football-Spiel zwischen der (noch nicht existenten) MASH-Mannschaft und einer uramerikanischen Army-Mannschaft. Es geht um nicht weniger als 5000 Dollar. Da auf Seiten der Mashies - angefeuert von einer gründlich konvertierten Schwester "Hot Lips" als Cheerleader! - auch Schwarze spielen, ist die gegnerische Mannschaft rein weiß. Das gibt rassistischen Ärger mitten im Spiel. Dem Zuschauer der DVD liefert es zugleich einen interessanten Einblick in die Übersetzung. Einer der Schwarzen Mashies wird mit dem Schimpfwort "coon" belegt. Er rastet beinahe völlig aus. Denn wie der Untertitel richtig verrät, heißt "coon" soviel wie "nigger", ist also schwer abwertend. Dies ist umso brisanter, wenn man an die Bemühungen von Martin Luther King jr. (ermordet 1968, also ein Jahr vor Drehen des Films!) um rassische Gleichberechtigung denkt. Die deutsche Synchronisation hingegen entpolitisiert die ganze Sache, indem sie "coon" einfach mit "Arschloch" übersetzt. Dazwischen liegen jedoch Welten!(Es gibt zahlreiche weitere Abweichungen zwischen Synchronisation und DVD-Untertiteln. Der Rezensent führt sie auf die in 30 Jahren grundlegend geänderten kulturellen Voraussetzungen im Umgang mit Rassismus und Sexismus zurück. Es liegt nicht oder nicht nur an mangelndem Sprachverständnis.)Das MASH-Team gewinnt das Match knapp dank seiner überragenden Tricks. Die blonde, vorher so steife Hot Lips (fabelhafte Sally Kellerman) schnappt vor Triumphgefühlen beinahe über! Die Gegner rauchen einen Joint und nehmen\'s gelassen.Die letzte Episode führt unsere beiden heldenhaften MASH-Chirurgen nach Japan. Hier sollen sie den Sohn eines Kongressabgeordneten operieren: Nicht nur, dass dies ein Beleg für politische Korruption ist, es bietet dem dynamischen Duo auch Gelegenheit, die Sau rauszulassen. Selbstredend gibt es auch in Tokyo einige zugeknöpfte und vernagelte Paragrafenreiter: die Oberschwester, der Leiter des Hospitals und andere. Doch der Trapper und Hawkeye verweisen auf ein Telefonat, das sie kurz mal mit dem Abgeordneten in Washington führen könnten, und schon ist alles in Butter.Ganz nebenbei greift der Film ein weiteres brisantes Thema auf: die gemischtrassigen Sprösslinge von US-Soldaten, die diese in japanischen und anderen Bordellen zeugten, dann aber nie wieder sahen. Auch dies waren den amerikanischen Oberpatrioten und Moralwächtern ein Dorn im Auge.Doch es kommt, was kommen muss: der Tag des Abschieds. Bloß keine Sentimentalität, sagt sich Trapper John und schmeißt Hawkeye raus. John hat jetzt einen Hund. Und Duke? Duke hat eine heiße Affäre mit Oberschwester Hot Lips, die sich nun grämt, dass er wieder zurück zu Frau und Kindern darf.Obwohl die Hauptdarsteller Sutherland und Gould den Regisseur als "inkompetent" feuern lassen wollten, stellte sich das fertige Werk als Meisterstück heraus. Der Streifen lief in manchen Kinos über ein Jahr lang ununterbrochen! Und nachdem die Armee eingesehen hatte, dass ihr Aufführungsverbot in ihren Stützpunkten sinnlos war, weil die Soldaten einfach in die nächste Stadt ins Kino gingen, durfte das Werk auch dort gezeigt werden. Der Gipfel der Ironie: Nachdem Regisseur und Produkt unter laufendem Beschuss durch das Studio gestanden hatten, rettete der Erfolg des Streifens das Studio vor dem Ruin. Dieses hatte gleichzeitig die zwei superteuren Kriegsfilme "Patton" und "Tora! Tora! Tora!" (über Pearl Harbour) drehen lassen und war daran fast pleite gegangen. Altman sagt zu Recht: "The film was not released; it escaped."Für jeden intelligenten und aufgeklärt denkenden Menschen stellt MASH über zwei Stunden nachdenklich machende Unterhaltung dar. Der Humor ist von umwerfender Geschmacklosigkeit, doch nicht geschmackloser als der ganze Irrsinn der Situation (siehe oben). Wie in "Catch-22" müssen die Teilnehmer am organisierten Irrsinn anarchisch sein wie Groucho Marx, um so etwas Menschlichkeit zu ermöglichen. (Marx war offenbar das große Vorbild für E. Gould, wie Altman feststellt.)Der Film wurde 1971 in Cannes mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet. Der OSCAR ging an Ring Lardner jr. für das Beste Drehbuch.Zur DVD:Schon rasch stößt man auf die Diskrepanzen zwischen den deutschen Untertiteln und der ursprünglichen Synchronisation. Letztere ist zwar witziger und realistischer, aber eben unpolitisch. Der Audiokommentar des Regisseurs erläutert viel zur Entstehung des Films und den widrigen Umständen, erklärt aber nicht jede Szene: Das muss der Zuschauer selbst kapieren. Altman liefert eher so etwas wie Anekdoten. Wir erfahren viel über die Schauspieler: ein Theater-Ensemble aus San Francisco, also keine Profis - bis auf die drei Leute, die Hawkeye, Trapper John und Duke darstellen.Der Kommentar ist spannender, wenn man die Hintergrunddokumentation "Backstory: MASH" noch nicht gesehen hat. Die Doku vermittelt ein weit größeren Hintergrund zum Film, als dies Altman sinnvoll erschien. Besonders aufschlussreich sind die Interviews: mit den drei Hauptfiguren und dem Regisseur.Der US-Kinotrailer ist schon sehr ausführlich und nimmt die Höhepunkte vorweg. Die Standfotos zeigen die Darsteller und bestimmte Szenen.Besonders für Freunde von "Apocalypse Now Redux" und "Catch-22" ist "MASH" ein gefundenes Fressen. Aber auch Fans gelungener, weil kritisch ambitionierter Unterhaltung dürften dem Film einige interessante Seiten abgewinnen. Cineasten dürften sich für die episodische Erzählweise und die Bildsprache interessieren, die später oft nachgeahmt wurden. Qualitativ steht der Film meilenweit über dem Niveau der TV-Serie.
Quelle: www.filmbesprechungen.de
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