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The Limey

The LimeyThe Limeynicht verfügbar
Handlung:L.A. ist das Ziel des gerade aus der Haft entlassenen britischen Gangsters Wilson, der den Tod seiner geliebten, aber von ihm vernachlässigten Tochter klären will. Als Verantwortlichen hat er Plattenproduzent Valentine im Visier, für den der knallharte Gegner ein Rätsel bleibt, bis sich dieser mit drastischen Gewaltaktionen direkt Zugang verschafft.
Leihgebühr:* 1,50 EUR
Bewertung:
für 7 Tage zzgl. Versandkosten. Je weitere 7 Tage nur 1,00 EUR
Art: DVD Video
EAN: 4011976653233
FSK: 16
Hülle: Amaray Case
Jahr: 1999
Erscheinungsdatum: 26.09.2002
Anzahl Medien: 1
Regie:Steven Soderbergh
Darsteller:Terence Stamp
Lesley Ann Warren
Peter Fonda
Barry Newman
Luis Guzman
Joe Dallessandro
Land:USA
Regionalcode:2
Genre:Kriminalfilm
Hersteller:CIC
Laufzeit:ca. 90 min
Typ:DVD-9
Verpackung:Amaray Case
Bildformat:16:9 (1.85:1) anamorph
Tonformat:Deutsch: Dolby Digital 5.1
Deutsch: Dolby Surround
Englisch: Dolby Digital 5.1
Englisch: Dolby Surround
Quelle:www.dvd-palace.de
Ausstattung:Animiertes DVD-Menü
Audiokommentar
Biographien Crew
Interviews
Kapitel- / Szenenanwahl
Kinotrailer

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Filmrezensionen
The LimeyAuthor: Michael Matzer
Ödipus Rex in L.A.Ein Engländer auf Rachefeldzug in Los Angeles. So könnte man diesen Krimi zusammenfassen und abhaken - wenn der Regisseur nicht Soderbergh hieße. Bekannt durch den Krimi "Out of Sight" und natürlich durch "Sex, Lügen und Video" (weniger durch das unterschätzte "Kafka"), verleiht Soderberghs Art und Weise, diese klassische Story zu erzählen, dem Geschehen eine Tiefe, die in direkter Linie auf antike Stoffe wie "König Ödipus" und die Orestie verweist. Dementsprechend groß ist die Wucht des Eindrucks im Betrachter.Wilson ist nach neun Jahren Knast in England entlassen worden. Er hat einen Brief erhalten, in dem ihn ein gewisser Edoardo Roel (spanisch auzusprechen) mit Hilfe eines Zeitungsausschnitts davon unterrichtet, dass Wilsons Tochter Jenny bei einem Unfall auf dem Mulholland Drive in L.A. ums Leben gekommen sei. Schöne Grüße. Wilson trifft am Anfang des Films auf dem Airport LAX ein, um den Mann zu töten, der für den Tod seiner einzigen Tochter verantwortlich ist. Dem Gesicht von Kinolegende Terence Stamp nimmt man ohne Zögern die grimmige Entschlossenheit dieser Rächergestalt ab. Er hat zwar keine Beweise, aber er fühlte in England, dass Jenny etwas zugestoßen sein musste.Jenny war die Geliebte eines Pop-Promoters Terry Valentine (Peter Fonda). Der Mulholland Drive verbindet eine teure Villa mit der nächsten. So etwa wohnt an dieser Straße auch Leonard Nimoy. Wilson stellt sich die Frage, welche Geschäfte Valentine betreibt, um sich eine so genial gelegene Villa leisten zu können. Musikmachen reicht wohl kaum. An Valentines Seite steht stets sein sinistrer Anwalt Avery, der Kontakte zur Unterwelt pflegt.Von Roel erfährt er, dass dieser Jenny einmal in ein zwielichtiges Industrieviertel chauffierte. In einem Im- und Exportgeschäft findet Wilsons erste Konfrontation mit der hiesigen Unterwelt statt. Er wird gewaltig unterschätzt... - und erfährt so Valentines Adresse. Nach einem interessanten Besuch in Valentines Villa (der ein weiteres Todesopfer fordert) nimmt Wilson Kontakt zu Jennys Schauspiellehrerin auf. Zusammen geraten sie in einen Hinterhalt von Averys Killern, aus dem sie nur die Drogenfahndung des FBI heraushaut. Aha, es geht um Drogen! Hatte Jenny etwas gegen Valentines Geschäfte einzuwenden? Wilson erinnert sich an Jenny. Die Antwort ist klar: Ganz bestimmt sogar! Als Neunjährige bereits wollte sie ihren Vater, den Berufsverbrecher, an die Polizei verpfeifen.Von der Drogenfahndung hat Wilson Valentines Adresse an einem Zufluchtsort im Norden von L.A. erhalten. Big Sur ist durch den gleichnamigen Roman von Henry Miller bekannt geworden. In einem wilden Showdown überleben nur Valentine und Wilson. Nun erkennt der Rächer, dass er und seine Lebensart letztendlich der Grund dafür gewesen sein könnten, dass Jenny sterben musste. Der Pfeil der Rache trifft stets auch den Rächer.Bilder und Wörter sind zwei Welten, weiß Soderbergh. Und sie müssen sich keineswegs stets in synchroner Übereinstimmung befinden. Folgerichtig sprechen die Figuren des Films, besonders Wilson, ihre Sätze und Dialoge an verschiedenen Orten, aus verschiedenen Winkeln und nicht immer zu ihrem unmittelbaren Gegenüber. Der gleiche Dialog wird so einmal im Restaurant, dann wieder im Park geführt. Wir merken: Dialoge sind beliebig, Beziehungen sind im Fluss - wie der Würfel eben fällt. Doch Wilson hat Glück.Rückblenden, ein vertrautes Stilmittel, sind organisch in den gesamten Film eingebaut. Etwas verwirren könnten die Voraus-Blenden! So zeigt Soderbergh drei Schüsse, die Wilson abfeuert, um Valentine in dessen Villa zu erschießen. Keiner davon findet statt. Vielmehr fällt Roel dem Rächer in den Arm. Die Wucht dieser Szene kann nicht übertrieben werden: pure Wut.Soderbergh hat Peter Fonda mit hoher Wahrscheinlichkeit als ideale Besetzung für den Musik-Promoter engagiert. Fonda wurde durch den Film "Easy Rider" zu einer Ikone der amerikanischen Gegenkultur der sechziger Jahre. Seine Figur Valentine betätigt sich als Recycler von Sixties-Hit-Musik. Daher sind laufend Stücke aus dieser Zeit zu hören (guter Soundtrack!).Soderbergh tut nun etwas sehr Ungewöhnliches. Er stellt diese Ikone und ihre musikalische Epoche der englischen Gegenkultur eines Berufsverbrechers gegenüber. Ein erster Einstieg: Das Rockstück "The Seeker" (= Wilson) von The Who. Das Stück resümiert die Suche nach Wahrheit und Alternativen in den Sechzigern, von Bob Dylan bis zu den Gurus. Wie bürgerlich wirkt dagegen das Familienglück des Verbrechers mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter! Wir sehen die Rückblenden in dieses Leben - entnommen einem real existierenden Film mit T. Stamp namens "Poor Cow".Geradezu ein ironischer Kommentar auf die Aussteigerträume, die Valentine so lukrativ vermarktet - ein Kampf der Kulturen, der vorüber zu sein scheint. Bis Wilson als Rächer bei Valentine auftaucht. Und erkennen muss, dass sie beide etwas gemeinsam haben: Sie haben Jenny um ihre Zukunft betrogen. Wilson durch seine lange Abwesenheit im Knast, Valentine durch seine Lügen und den durch Drogen erworbenen Reichtum. Er hatte Jenny wie seine Endkunden behandelt und speiste sie mit Fakes und Lügen ab, doch da geriet er an die falsche (siehe oben). Ergo musste sie sterben, weil sie seine Lebenslüge im Kern bedrohte.So wie König Ödipus so lange nach demjenigen forschte, der für das Unglück in seinem Reich verantwortlich war, und schließlich auf sich stieß, so muss auch Wilson erkennen, dass er selbst es war, der letzten Endes für den Tod seiner geliebten Jenny verantwortlich gemacht werden kann. Aber dieses Ende war auf eine gewisse Weise unausweichlich. Wir sind menschlich und können irren. Um Jennys abzuwenden, hätte Wilson schon lange vor seinem Knastaufenthalt sein Leben ändern müssen.Soderberghs Film fesselt von Anfang bis Ende. Trotz der einfachen Storylinie vermochte er den Rezensenten von Anfang bis Ende zu fesseln. Lediglich die knallharte Gewalt, nicht etwa Sex, machen den Film erst ab 16 Jahren für Jugendliche geeignet.Die DVD ist zufriedenstellend ausgestattet: mit Making-of, Kommentaren, Audio-Funktionen und Untertiteln. Lediglich die Menüführung ist doch etwas irreführend. Als etwa der "Musik-Soundtrack" aktiviert wurde, hörte man keine Dialoge und keinen Sprecher aus dem off. Um aus dieser Einstellung wieder rauszukommen, musste die DVD neu eingelesen und der Film neu gestartet werden - schade drum, um eine ansonsten sehr gute Scheibe.
Quelle: www.filmbesprechungen.de

Weitere Informationen zu The Limey finden Sie hier.

 

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